Im Schul­sys­tem ist Im­pro­vi­sie­ren an­ge­sagt

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON EVA QUADBECK

Wel­che Her­ku­les­auf­ga­be die Be­wäl­ti­gung der Flücht­lings­kri­se ist, wird stets dann deut­lich, wenn man Schlag­lich­ter auf ein­zel­ne Be­rei­che setzt. Bei­spiel Schu­le: Für die ge­schätzt 350.000 Flücht­lings­kin­der, die in die­sem Jahr nach Deutsch­land ge­kom­men sind, müs­sen al­lein bis zu 25.000 zu­sätz­li­che Leh­rer ein­ge­stellt wer­den. Die­se Grö­ßen­ord­nung über­for­dert un­ser Bil­dungs­sys­tem. Denn üb­li­cher­wei­se wer­den über­haupt in ei­nem Jahr et­wa 25.000 Leh­rer bun­des­weit ein­ge­stellt, um je­ne zu er­set­zen, die in den Ru­he­stand ge­hen. Selbst wenn die Län­der fi­nan­zi­ell in der La­ge wä­ren, im kom­men­den Jahr die Zahl der Leh­rer­ein­stel­lun­gen zu ver­dop­peln, so könn­ten sie so vie­le aus­ge­bil­de­te Päd­ago­gen nicht auf­trei­ben.

Im deut­schen Schul­sys­tem ist in den kom­men­den Jah­ren al­so Im­pro­vi­sie­ren an­ge­sagt. Die Kunst wird dar­in be­ste­hen, die Flücht­lings­kin­der so gut wie mög­lich zu in­te­grie­ren, oh­ne die ein­hei­mi­schen Schü­ler zu ver­nach­läs­si­gen. Doch dies ist leich­ter ge­for­dert, als um­ge­setzt. Die Flücht­lings­kin­der tref­fen auf ei­ne Schul­land­schaft, an der die El­tern schon heu­te viel Kri­tik ha­ben, weil zu viel Un­ter­richt aus­fällt und sie ih­re ei­ge­nen Kin­der nicht aus­rei­chend ge­för­dert se­hen. Das birgt Kon­flikt­po­ten­zi­al. BE­RICHT

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