Rott­wei­ler-Fall nun vor Schöf­fen­ge­richt

Rich­te­rin sieht Mög­lich­keit des Vor­sat­zes. Der Hund hat­te ein Kind an­ge­grif­fen.

Rheinische Post Moenchengladbach - - NORDRHEIN-WESTFALEN - VON FRAN­ZIS­KA HEIN

DUIS­BURG 20 Ope­ra­tio­nen hat das heu­te drei­jäh­ri­ge Mäd­chen bis­lang durch­ge­stan­den, das An­fang Ju­li von ei­nem Rott­wei­ler in den Kopf ge­bis­sen wur­de – und ein Be­hand­lungs­en­de sei nicht in Sicht, er­klär­te Rechts­an­walt Axel Koch, der die El­tern ver­tritt. Vor dem Duis­bur­ger Amts­ge­richt wur­de der Fall des bis­si­gen Hun­des „Pa­scha“ver­han­delt, der am 6. Ju­li in Duis­burg zwei Klein­kin­der und ei­nen Er­wach­se­nen an­ge­grif­fen hat­te. Vor knapp drei Wo­chen wur­de der Hund auf Be­stre­ben der Stadt und mit Zu­stim­mung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Müns­ter ein­ge­schlä­fert.

Nun sind die Hal­te­rin Ag­nicsz­ka G. (30) und ih­re da­ma­li­ge Mit­be­woh­ne­rin Vik­to­ria K. (21) we­gen fahr­läs­si­ger Kör­per­ver­let­zung an­ge­klagt. Denn die Hal­te­rin hät­te ih­re Be­kann­te den Rott­wei­ler nie­mals oh­ne Lei­ne und Maul­korb aus­füh­ren las­sen dür­fen. Und das wuss­te sie auch, wie sie vor Ge­richt zu­gab. Bei­de An­ge­klag­ten be­strit­ten nicht, dass es sich so zu­ge­tra­gen hat­te, wie es in der An­kla­ge­schrift steht. Über ih­re An­wäl­te ent­schul­dig­ten sie sich bei den an­we­sen­den El­tern des Mäd­chens, dem der Hund fast die ge­sam­te Kopf­haut samt Haa­ren ab­ge­ris­sen hat­te. Ag­nicsz­ka G. schluchz­te laut, als ihr An­walt ih­re Ent­schul­di­gung vor­trug.

Vor Ge­richt wur­de dar­über ge­strit­ten, ob bei der Hal­te­rin von Vor­satz aus­zu­ge­hen ist. Wenn Vor­satz vor­liegt, wird aus der Straf­tat ein Ver­bre­chen. Die Rich­te­rin sah die Mög­lich­keit ei­ner Ver­ur­tei­lung we­gen vor­sätz­li­cher schwe­rer Kör­per­ver­let­zung und ver­wies den Fall des­we­gen an das Schöf­fen­ge­richt.

Er­folg hat­te der Ver­tre­ter der El­tern, der mit Hil­fe von drei Zeu­gen be­le­gen konn­te, dass „Pa­scha“schon vor dem 6. Ju­li klei­ne Kin­der an­ge­grif­fen hat­te. Den Kin­dern war nichts pas­siert. De­ren El­tern hat­ten sich En­de Ok­to­ber bei dem Duis­bur­ger An­walt ge­mel­det. Wann wei­ter­ver­han­delt wer­den kann, war ges­tern noch un­klar.

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