Der un­ge­woll­te Se­ri­en­tod

Ma­rie-Lui­se Mar­jan be­dau­ert, dass die Pro­du­zen­ten ih­ren „Lin­den­stra­ßen“-Ehe­mann ster­ben lie­ßen.

Rheinische Post Moenchengladbach - - FERNSEHEN - VON LESLIE BROOK

KÖLN Wenn ih­re Ehe echt wä­re, wür­den sie bald Sil­ber­ne Hoch­zeit fei­ern: Mut­ter Bei­mer hat­te Erich 1996 nach der Schei­dung von ih­rem ers­ten Mann Hans (Joa­chim Her­mann Luger) ge­hei­ra­tet, Sei­te an Sei­te spie­len sie in der „Lin­den­stra­ße“je­doch schon seit 24 Jah­ren. In der Se­rie aber ist das Paar nun ge­trennt wor­den; Mut­ter Bei­mer ist jetzt Wit­we. Die Pro­du­zen­ten ha­ben ent­schie­den, Erich Schil­ler, der seit 1991 von Bill Mock­ridge ver­kör­pert wird, den Se­ri­en­tod ster­ben zu las­sen. Ein Ab­schied, der nicht nur vie­len Zu­schau­ern weh tut, son­dern auch den bei­den Haupt­dar­stel­lern.

Die ARD-Se­rie, die noch bis En­de 2016 ge­si­chert ist, sei nach der Li­veFol­ge vom Sonn­tag nun wie­der wie in den frü­he­ren Jah­ren Ge­sprächs­the­ma in den Bü­ros, er­klär­te Mut­ter-Bei­mer-Darstel­le­rin Ma­rie-Lui­se Mar­jan ges­tern in ei­nem schrift­li­chen State­ment – in­so­fern hät­ten die Ma­cher mit der Sto­ry-Idee zu Erichs Tod al­so recht be­kom­men. Die Ju­bi­lä­ums­fol­ge sa­hen 3,08 Mil­lio­nen Zu­schau­er (11,3 Pro­zent Markt­an­teil) – die Quo­ten la­gen zu­letzt im Schnitt bei rund 2,5 Mil­lio­nen Zu­schau­ern. „Ich wer­de aber Bill und die Ar­beit mit ihm ver­mis­sen und wün­sche mir ei­ne neue Be­geg­nung mit ihm in ei­ner ro­man­ti­schen Lie­bes­ge­schich­te in ei­ner Pil­cher-Ver­fil­mung“, sag­te die 75-Jäh­ri­ge. Der Ver­lust wie­ge schwer: „Wir ha­ben her­vor­ra­gend zu­sam­men ge- spielt und sind uns mensch­lich sehr zu­ge­tan.“

Bill Mock­ridge selbst be­dau­ert sei­nen Ab­schied eben­falls zu­tiefst, denn die­ser sei nicht von ihm in­iti­iert ge­we­sen. „Es war der Wunsch der Pro­duk­ti­on. Ich war schon sehr trau­rig, als Hans W. Gei­ßen­dör­fer es mir sag­te“, er­klär­te der 68-Jäh­ri­ge, der seit ei­nem Drei­vier­tel­jahr dar­über in­for­miert war. „Aber ich bin lan­ge ge­nug im Künst­ler­ge­schäft und seit vie­len Jah­ren Schau­spie­ler, um zu wis­sen, dass man kein Dau­er­recht auf ei­ne Rol­le hat. Ei­ne Tür schließt sich, die nächs­te öff­net sich.“

Ei­ne Rück­kehr zur „Lin­den­stra­ße“scheint aus­ge­schlos­sen. Pro­du­zent Gei­ßen­dör­fer sag­te kürz­lich bei ei­nem Ter­min an­läss­lich des Se­ri­en­ju­bi­lä­ums in Düsseldorf: Je­der, der nicht den Se­ri­en­tod ge­stor­ben sei, kön­ne zu­rück­keh­ren. Heißt im Um­kehr­schluss: kei­ne Chan­ce auf ein Come­back für Erich.

Mut­ter Bei­mer, der in der kom­men­den Fol­ge 1560 die Be­er­di­gung ih­res Erich be­vor­steht, wird aber nicht al­lein sein. Ihr Ex-Mann „Han­se­mann“sag­te am Sonn­tag: „Ich küm­me­re mich jetzt wie­der um mei­ne Ex-Ehe­frau.“

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