Por­trät ei­nes Jus­ti­zop­fers

Rheinische Post Moenchengladbach - - FERNSEHEN - „Moll­ath – Und plötz­lich bist du ver­rückt“, Bay­ern, 22.45 Uhr

Sein Fall schlug ho­he Wel­len: Mehr als sie­ben Jah­re saß Gustl Moll­ath (59) in der Psych­ia­trie, bis er 2013 als Fol­ge ei­nes im­mer stär­ker wer­den­den öf­fent­li­chen Drucks auf frei­en Fuß kam. Um den schnauz­bär­ti­gen Fran­ken, der zum be­kann­tes­ten Jus­ti­zop­fer der ver­gan­ge­nen Jah­re wur­de, dreht sich der se­hens­wer­te Do­ku­men­tar­film „Moll­ath – Und plötz­lich bist du ver­rückt“. Über ei­nen län­ge­ren Zei­t­raum be­glei­te­ten die Münch­ner Fil­me­ma­che­rin­nen An­ni­ka Blendl und Leo­nie Sta­de den streit­ba­ren Gustl Moll­ath, nach­dem er aus der Psych­ia­trie ent­las­sen wor­den war. Sie zeich­nen das Bild ei­nes Man­nes, der oh­ne Fra­ge höchst ei­gen­sin­nig und auch ein biss­chen ver­schro­ben ist. Dass es aber mög­lich war, den ex­zen­tri­schen Nürn­ber­ger über ei­nen so lan­gen Zei­t­raum ein­fach weg­zu­sper­ren, kann zu­min­dest der Be­trach­ter die­ses Films nur als skan­da­lös emp­fin­den. Im ver­gan­ge­nen Jahr stell­te denn auch ein Ge­richt bei ei­nem Wie­der­auf­nah­me­ver­fah­ren ab­schlie­ßend fest, dass die Ein­wei­sung in die Psych­ia­trie un­recht­mä­ßig war.

Den Fil­me­ma­che­rin­nen geht es nicht dar­um, den Fall Moll­ath in ir­gend­ei­ner Wei­se zu be­wer­ten. „Wir woll­ten kein in­ves­ti­ga­ti­ves Stück ma­chen, son­dern ein jour­na­lis­ti­sches The­ma in ei­nem Por­trät auf­ar­bei­ten“, sa­gen die Fil­me­ma­che­rin­nen. Es ist ih­nen ge­lun­gen. mw

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