St. Mar­tins Kar­tof­feln für die Weih­nachts­fei­er

Im Früh­jahr ha­ben sie selbst ge­pflanzt, die Ern­te zur Mar­tins­fei­er auf dem Schul­hof ver­kauft – und jetzt kommt der Er­lös Ob­dach­lo­sen zu­gu­te: Montes­so­ri-Grund­schü­ler ha­ben auf dem Len­ßen­hof viel über Le­bens­mit­tel ken­nen­ge­lernt.

Rheinische Post Moenchengladbach - - STADTTEILE - VON AN­GE­LA RIET­DORF

ODEN­KIR­CHEN „Wir ha­ben die Kar­tof­feln ge­pflanzt, ge­ern­tet, sor­tiert, ab­ge­wo­gen und in Tü­ten ver­packt“, zählt La­ra die Ar­beits­gän­ge auf. Die Neun­jäh­ri­ge hat ge­mein­sam mit ih­ren Klas­sen­ka­me­ra­den im April un­ter An­lei­tung von Joa­chim Kam­phau­sen auf dem Len­ßen­hof Bio­kar­tof­feln ge­pflanzt, die bei der tra­di­tio­nel­len Mar­tins­fei­er der Montes­so­ri-Grund­schu­le im No­vem­ber ver­kauft wur­den. „Wir sind mit dem Bol­ler­wa­gen über den Schul­hof ge­lau­fen und ha­ben die Kar­tof­feln ver­kauft“, er­zählt Ba­ris. „Fünf Ki­lo für fünf Eu­ro.“

Das ist ein be­son­ders güns­ti­ger Preis für Bio­kar­tof­feln, und die Kin­der ha­ben sämt­li­che 130 Beu­tel ver­kauft – und da­durch ei­nen Re­kord­um­satz er­zielt. Au­ßer­dem wur­den noch Geld­spen­den und Le­bens­mit­tel ge­sam­melt. So ka­men ins­ge­samt rund 900 Eu­ro und vie­le Kar­tons mit halt­ba­ren Le­bens­mit­teln wie Nu­deln oder Do­sen­ge­mü­se zu­sam­men, die die Kin­der nun dem An­naSchil­ler-Haus für ob­dach­lo­se Men­schen über­ge­ben ha­ben.

„Die Kin­der ler­nen die Ge­schich­te von St. Mar­tin und der Man­tel­tei­lung ken­nen und da­mit die Be­deu­tung des Tei­lens“, sagt Klas­sen­leh­re­rin An­ke Mül­ler. Da­mit sie auch ganz ge­nau ver­ste­hen, wo­für sie da ei­gent­lich sam­meln, kom­men Mit­ar­bei­ter des An­na-Schil­ler-Hau­ses, das vom Ver­ein Wohl­fahrt be­trie­ben wird, vor­her in die Schu­le und er­klä­ren, was sie tun und wie es zu Ob­dach­lo­sig­keit kom­men kann.

Was mit der Spen­de ge­sche­hen wird, steht auch schon fest. „Wir wer­den da­mit die Weih­nachts­fei­ern im An­na-Schil­ler-Haus und im Bru­no-Le­lie­veld-Ta­ges­treff fi­nan­zie­ren“, sagt Mar­tin Dalz, Ge­schäfts­füh­rer des Ver­eins Wohl­fahrt.

Die Weih­nachts­fei­ern sind für die Be­su­cher der Ein­rich­tun­gen von im­men­ser Be­deu­tung. „Oh­ne die Fei­ern wä­re zu Weih­nach­ten für die meis­ten nicht viel drin“, weiß Dalz zu be­rich­ten.

Ne­ben der Mar­tins­spen­de hat die Kar­tof­fel­ak­ti­on noch ei­nen wei­te­ren wich­ti­gen Ef­fekt: Die Kin­der ler­nen viel Wis­sens­wer­tes über Le­bens­mit­tel und wis­sen sie an­schlie­ßend bes- ser zu schät­zen. „Die selbst an­ge­bau­ten und ge­ern­te­ten Kar­tof­feln sind für die Kin­der die bes­ten der Welt“, sagt Bio-Bauer Joa­chim Kam­phau­sen, der seit rund zehn Jah­ren den Kin­dern der Montes­so­riGrund­schu­le die Ar­beit auf dem Feld zeigt.

FOTO: ISA­BEL­LA RAUPOLD

Bio-Bauer Joa­chim Kam­phau­sen (hin­ten links) zeigt be­reits seit rund zehn Jah­ren den Kin­dern der Montes­so­ri-Grund­schu­le die Ar­beit auf dem Feld.

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