Wie Nach­hau­se­kom­men zu Weih­nach­ten

Be­kann­te Weih­nachts­klas­si­ker, neu in­ter­pre­tiert: Das sind die neun­ten Christ­mas Clas­sics der Re­mem­ber Band in der Chris­tus­kir­che. Zwei St­un­den lang wech­seln sich Fei­er­lau­ne und Be­sinn­lich­keit ab. Al­le acht Kon­zer­te sind aus­ver­kauft.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALE KULTUR - VON CHRIS­TI­AN LIN­GEN

Tief­blau leuch­tet der Ne­bel auf der Büh­ne in der Chris­tus­kir­che. Pfar­rer Wer­ner Beu­schel spricht ei­ni­ge weih­nacht­li­che Wor­te. Ihm ist an­zu­mer­ken, dass er sich auf die kom­men­den zwei St­un­den freut, wie ein Kind auf die Be­sche­rung. „Das ist hier wie im Wohn­zim­mer“, sagt er. Dann er­klingt Mu­sik. Aus dem Ne­bel tritt die Re­mem­ber Band, und Mar­tin Hey­beck stimmt den „Win­ter­jam“an. Gleich da­nach wünscht San­dra Wolters, die mit ih­rer ge­well­ten blon­den Mäh­ne wie ein Weih­nachts­en­gel wirkt, „Mer­ry Christ­mas“. Die neun­ten Christ­mas Clas­sics ha­ben be­gon­nen. Und so­fort ist es da, die­ses be­son­de­re Ge­fühl, wel­ches die Kon­zert­rei­he in der Chris­tus­kir­che so ein­zig­ar­tig macht. Ge­nau des­halb sind al­le acht Kon­zer­te aus­ver­kauft.

Schon nach den ers­ten Lie­dern stellt sich Weih­nachts­stim­mung ein. Die Re­mem­ber Band tut ihr Üb­ri­ges da­zu. Auf ei­ner Akus­tik­gi­tar­re und ei­ner Trom­mel in­ter­pre­tie­ren die Mu­si­ker das „Win­ter Won­der­land“völ­lig neu. Das ist der Zau­ber der Christ­mas Clas­sics: Weih­nachts­klas­si­ker, die je­der kennt, tref­fen Mu­sik­sti­le, die auf den ers­ten Blick nicht so recht zu pas­sen schei­nen und dann zu ei­ner ein­zig­ar­ti­gen Kom­po­si­ti­on wer­den. So könn­te der Stil, mit dem die Re­mem­ber Band Bing Cros­bys „Whi­te Christ­mas“un­ter­malt, auch bes­tens zu ei­nem Film von Ed­gar Wal­lace pas­sen. Den rund 400 Mön­chen­glad­ba­chern, die im In­nen­raum und auf der Em­po­re sit­zen, ge­fällt´s, und die Band kommt im­mer mehr in Fahrt. „Das Kon­zert ist wie ein Nach­hau­se­kom­men an Weih­nach- ten“, sagt Sän­ger Mar­tin Hey­beck. Wie recht er hat.

Auf ganz be­son­de­re Wei­se in­ter­pre­tiert Hey­beck Ju­dy Gar­lands „Ha­ve Yours­elf a Mer­ry Litt­le Christ­mas“. In sei­nem sil­ber­nen Glit­zer­an­zug sitzt er im Schein­wer­fer­licht auf ei­nem Bar­ho­cker, um­wa­bert vom Ne­bel. Bei San­dra Wolters hat es im ver­gan­ge­nen Jahr nicht so rich­tig ge­klappt mit den Weih­nachts­ge­schen­ken. Sie be­kam nichts von dem, was sie sich ge­wünscht hat. Und so singt sie „San­ta Ba­by“, flir­tet mit Key­boar­der Micha­el Som­mer und sie­he da: Ih­re Wün­sche ge­hen in Er­fül­lung. Ein Weih­nachts­mann bringt ihr Schmuck, ei­nen Scheck und ei­ne Fe­der­boa. Pas­send zum Ni­ko­laus- tag singt sie da­nach „San­ta Claus Is Co­m­ing to Town“das Pu­bli­kum trom­melt mit den Hän­den auf den Kir­chen­bän­ken. Die Band stei­gert sich re­gel­recht hin­ein in das Stück, und so wird nicht nur ge­trom­melt. Das Pu­bli­kum singt rhyth­misch im Chor „Ooo-whoo“, den Ruf, den wohl je­der aus dem Sto­nes-Klas­si­ker „Sym­pa­thy for the De­vil“kennt.

„Fe­li­ce Na­vi­dad“, „Do They Know It’s Christ­mas“und „We wish You a Mer­ry Christ­mas“singt die Band im Mit­tel­gang. Das Pu­bli­kum steht, singt und klatscht. „Wenn wir hier im Gang sit­zen, sin­gen und die Leu­te uns an­lä­cheln; das sind die Mo­men­te, die für mich je­des Mal so be­son­ders sind“, er­zählt San­dra Wolters. Da­nach be­ginnt das gro­ße Fi­na­le, das im Zei­chen des Swings steht. Den­nis Ti­borc am Sa­xo­fon, Micha­el Kuhl an der Trom­pe­te und Ben­ja­min De­gen an der Po­sau­ne be­tre­ten als Gast­mu­si­ker die Büh­ne. Das Trio gibt ein Orches­ter, das Big Band Sound vom Feins­ten lie­fert. So er­klingt Glenn Mil­lers „In the Mood“, ge­folgt von „Stil­le Nacht“. Hö­he­punkt ist der Auf­tritt von Bernd Lif­fers, der „Jing­le Bells“als Rock­ver­si­on auf der E-Gi­tar­re spielt und vom Blä­ser­trio be­glei­tet wird.

„Wir wä­ren jetzt fer­tig“, sagt Micha­el Som­mer. Was folgt, sind Zu­ga­ben, die vom Pu­bli­kum ste­hend ge­fei­ert wer­den. Jetzt kann Weih­nach­ten kom­men.

RP-FOTO: HANS-PE­TER REICHARTZ

Die neun­ten Christ­mas Clas­sics ha­ben be­gon­nen. Und so­fort ist es da, die­ses be­son­de­re Ge­fühl, wel­ches die Kon­zert­rei­he in der Chris­tus­kir­che so ein­zig­ar­tig macht.

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