Trio mit ho­her Tor-Wahr­schein­lich­keit

Fa­bi­an John­son, Raf­fa­el und Lars St­indl sind Bo­rus­si­as pro­duk­ti­ves An­griff­strio. Al­le drei sind zu­dem wich­tig für die Struk­tur des Glad­ba­cher Teams. Heu­te, beim Cham­pi­ons-Le­ague-Spiel in Man­ches­ter, wird es auch auf sie an­kom­men.

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT LOKAL - VON KARS­TEN KELLERMANN AUS MAN­CHES­TER

Der, der ei­nen Lauf hat, hat durch­aus noch ei­ne Idee für ei­ne Op­ti­mie­rung. Im Tri­kot von 1860 München, dem Klub, bei dem er groß ge­wor­den ist, ja, da wä­re es noch schö­ner ge­we­sen, ge­gen den Stadt­ri­va­len FC Bay­ern zu tref­fen, gab Fa­bi­an John­son nun be­kannt. Der Bo­rus­se grins­te in dem Mo­ment, lach­te so­gar kurz ob die­ser Vor­stel­lung, und für ei­nen wie ihn, der sonst im­mer ex­trem ge­las­sen bleibt, war das schon ein au­ßer­or­dent­li­cher Ge­fühls­aus­bruch.

An­lass für sol­cher­lei Re­gun­gen hat der Au­ßen­bahn­spie­ler wahr­lich reich­lich in die­sen Wo­chen: Erst schoss er ein Tor beim his­to­ri­schen ers­ten Cham­pi­ons-Le­ague-Sieg der

Raf­fa­el über Lars St­indl Bo­rus­sen ge­gen den FC Se­vil­la (4:2). Da­nach traf er so­gar dop­pelt bei sei­nem Ex-Ver­ein 1899 Hof­fen­heim und ret­te­te sei­nem ak­tu­el­len Ar­beit­ge­ber da­mit ein spä­tes 3:3. Und nun mach­te der ge­bür­ti­ge Mün­che­ner auch beim fa­mo­sen 3:1 ge­gen die Bay­ern sein Tor, wie in Hof­fen­heim das drit­te und wie­der nach ei­nem So­lo­lauf bei ei­nem Kon­ter. All je­ne sei­ner Kum­pels aus der al­ten baye­ri­schen Hei­mat, die ei­gent­lich für die Bay­ern sind, wa­ren ihm an die­sem Tag nicht bö­se, ver­mu­tet John­son, „sie ha­ben mir die Dau­men ge­drückt“.

Das wird auch heu­te so sein, wenn John­son und die an­de­ren Bo­rus­sen bei Man­ches­ter Ci­ty spie­len. „Wir wol­len in Eu­ro­pa über­win­tern“, de­fi­niert John­son die Ziel­vor­ga­be für den Abend im Eti­had-Sta­di­on. Er ge­hört zu den Bo­rus­sen, die An­füh­rer sein müs­sen in die­sem Spiel, und es ist ihm zu­zu­trau­en. Denn er, Raf­fa­el und Lars St­indl sind ak­tu­ell ein Trio mit ho­her Tor-Wahr­schein­lich­keit.

Al­le drei Na­men sind di­rekt mit Bo­rus­si­as ver­blüf­fen­dem Auf­schwung nach dem Fehl­start mit sechs Pflicht­spielnie­der­la­gen und dem Ab­gang von Lu­ci­en Fav­re ver­knüpft. John­son kehr­te nach der Ver­let­zung, die er sich am ers­ten Spiel­tag beim 0:4 in Dort­mund zu­ge­zo­gen hat­te, im ers­ten Spiel un­ter Neu-Trai­ner An­dré Schu­bert ge­gen Augs­burg zu­rück. Seit die­sem 4:2 ist er ein wich­ti­ger Struk­tur­spie­ler, zu­mal in der Ko­ope­ra­ti­on mit Os­car Wendt auf der lin­ken Sei­te.

Und seit die­sem 4:2 ma­chen ganz vorn auch Raf­fa­el und St­indl stets ge­mein­sa­me Sa­che. Das An­griffs­duo war in der Bun­des­li­ga seit­her an 23 von 30 To­ren be­tei­ligt, nur beim 0:0 ge­gen In­gol­stadt gab es, die Na­tur des Re­sul­tats legt das na­he, kei­nen zähl­ba­ren Ar­beits­nach­weis der bei­den Her­ren. „Lars ist ein sehr in­tel­li­gen­ter Fuß­bal­ler. Wir ver­ste­hen uns su­per, es passt“, stellt Raf­fa­el klar. In Bo­rus­si­as jun­ger Mann­schaft sind er, St­indl und John­son we­sent­li­che Baustei­ne des Ge­rüsts. Raf­fa­el ist mit sei­nen 30 Jah­ren mit dem gleich­alt­ri­gen Wendt der Äl­tes­te der Schu­bert­schen Stamm­for­ma­ti­on, die an­de­ren bei­den sind 27. Er­fah­rung ha­ben sie al­so schon des Al­ters we­gen reich­lich – und die brin­gen sie nicht nur mit To­ren und Vor­la­gen ein. Al­le drei ha­ben ne­ben der Cool­ness vor dem Tor ein gro­ßes tak­ti­sches Ver­ständ­nis, ei­ne ex­tre­me Ball­si­cher­heit und ein ge­wief­tes Passspiel mit ge­rin­ger Feh­ler­quo­te. Auf At­tri­bu­te wie die­se wird es auch heu­te in Man­ches­ter an­kom­men.

Dass auf sie Ver­lass ist, auch auf der höchs­ten eu­ro­päi­schen Ebe­ne, un­ter­streicht ein­mal mehr die in­ter­na­tio­na­le Sta­tis­tik: St­indl hat drei von sechs To­ren Bo­rus­si­as in der

„Lars ist ein sehr in­tel­li­gen­ter Fuß­bal­ler, wir ver­ste­hen uns su­per,

es passt“

„Ich freue mich, wenn es so wei­ter­geht und ich dem Team

hel­fen kann“

Fa­bi­an John­son Meis­ter­li­ga er­zielt, John­son zwei und Raf­fa­el ei­nes. Zu­letzt ge­gen Se­vil­la wa­ren al­le drei er­folg­reich. „Ich freue mich, wenn es so wei­ter­geht und ich dem Team hel­fen kann“, sag­te John­son be­zo­gen auf den ei­ge­nen Lauf, Raf­fa­el und St­indl wer­den in­des ähn­lich den­ken.

Letz­te­rer nähr­te mit sei­ner Öf­fent­lich­keits­ar­beit nach dem Bay­ern-Spiel die Hoff­nung, dass er mög­li­cher­wei­se in Man­ches­ter Gro­ßes leis­tet – weil er die Aus­sa­ge ver­wei­ger­te. Auch nach dem 2:1 ge­gen Han­no­ver hat­te er sich rar ge­macht und da­nach ge­gen Se­vil­la mit zwei To­ren groß auf­ge­zo­gen. Nun wink­te er auch ab, als er um State­ments zum Tri­umph ge­gen die Bay­ern ge­be­ten wur­de. St­indl hät­te nichts da­ge­gen, wenn sich die Ge­schich­te wie­der­holt. Youth Le­ague Bo­rus­si­as be­reits aus­ge­schie­de­ne U 19 tritt heu­te um 14 Uhr in Man­ches­ter an.

FOTO: DIE­TER WIECHMANN

Der nächs­te Streich: Lars St­indl setzt sich ge­gen Bay­erns Medhi Be­na­tia durch und trifft am Sams­tag zum 2:0. Hin­ten sieht Fa­bi­an John­son aus nächs­ter Nä­he zu. Er wird spä­ter das 3:0 er­zie­len.

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