Re­form über­fäl­lig

Rheinische Post Moenchengladbach - - LESERBRIEFE - Franz J. Krei­sel Leich­lin­gen Frey­gerd-Eri­ka Baf­fy 40789 Mon­heim Pe­ter Mül­ler per Mail

Zu „Bri­ten po­chen auf Son­der­rol­le in Eu­ro­pa“(RP vom 11. No­vem­ber): Die For­de­run­gen von Da­vid Ca­me­ron kann ich nur voll un­ter­stüt­zen, ei­ne Re­form der EU-Or­ga­ne ist lan­ge über­fäl­lig. Das EU-Par­la­ment und vor al­lem die EU-Kom­mis­si­on sind auf­ge­bläh­te Be­hör­den, die haupt­säch­lich zur fürst­li­chen Ver­sor­gung aus­ge­mus­ter­ter Po­li­ti­ker bei­tra­gen. Eu­ro­pa ist nicht ge­polt wie die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka; die gro­ßen, ge­schicht­lich ge­wach­se­nen Un­ter­schie­de so­wie die ver­schie­de­nen Spra­chen und Wer­te wer­den auch in der Zu­kunft ei­ne Gleich­schal­tung nicht zu­las­sen. Das sieht man ganz deut­lich in der jet­zi­gen Flücht­lings­po­li­tik. Lasst uns in Eu­ro­pa auf ei­ne wirt­schaft­li­che Zu­sam­men­ar­beit kon­zen­trie­ren, die Ei­gen­stän­dig­kei­ten der Staa­ten je­doch re­spek­tie­ren. Nur so kann mei­nes Erach­tens in Eu­ro­pa ei­ne Win-win-Si­tua­ti­on sta­bi­li­siert wer­den und ei­ne wirk­li­che Zu­sam­men­ar­beit in Frie­den und Frei­heit ge­währ­leis­tet sein. Frau Mer­kel soll­te ein­mal dem Bei­spiel von Mag­gy That­cher fol­gen, und als größ­ter Net­to­zah­ler auch für Deutsch­land Son­der­kon­di­tio­nen for­dern. Mar­ti­non, Czyz, Früh­beck de Bur­gos, Shal­lon, Fio­re, von de­nen nach sei­ner Mei­nung kei­ner ei­ne weit­hin strah­len­de Ka­pa­zi­tät war. Als lang­jäh­ri­ge Kon­zert­be­su­che­rin fehlt mir in die­ser Betrachtung ganz be­son­ders der Na­me des Di­ri­gen­ten Bern­hard Klee, der von 1977 bis 1987 Ge­ne­ral­mu­sik­di­rek­tor in Düsseldorf war und un­ter des­sen Lei­tung her­aus­ra­gen­de Kon­zer­te auf­ge­führt wur­den. Mit Bern­hard Klee wur­de 1978 die Ton­hal­le er­öff­net. Be­son­ders er­wäh­nen möch­te ich ei­ne ein­drucks­vol­le Mat­thä­us-Pas­si­on im März 1983 und ein au­ßer­ge­wöhn­li­ches Kon­zert im März 1984 mit fol­gen­den Wer­ken: Mo­zart Re­qui­em KV 624, Ar­nold Schön­berg: ein Über­le­ben­der aus Warschau, Mo­zart Re­qui­em KV 624 –Frag­ment. Man kann al­so durch­aus von ei­ner „Ära Klee” spre­chen. Zu „Die Po­li­tik in der De­fen­si­ve“(RP vom 17. No­vem­ber): Den Ver­gleich ei­nes Seg­lers in plötz­li­cher See­not kann man auf die deut­sche Flücht­lings­kri­se nicht über­tra­gen, da Kanz­le­rin Mer­kel in der Asyl­po­li­tik be­wusst die fal­schen Si­gna­le ge­setzt hat, als sie im Al­lein­gang oh­ne Le­gi­ti­ma­ti­on des Bun­des­ta­ges die Gren­zen öff­nen ließ. Mit po­li­ti­scher Weit­sicht, Rea­li­täts­sinn und ge­sun­dem Men­schen­ver­stand konn­te man vor­aus­se­hen, dass Mer­kels Po­li­tik im Cha­os en­den wird. Zu­mal sie sich bis heu­te wei­gert, Flücht­lings­ober­gren­zen zu nen­nen, und be­haup­tet, Deutsch­land ha­be kei­ne Mög­lich­keit, den Flücht­lings­strom ein­zu­däm­men oder die deut­schen Gren­zen zu schüt­zen.

FOTO: DPA

Der bri­ti­sche Pre­mier­mi­nis­ter Da­vid Ca­me­ron setzt sich für ei­ne Son­der­rol­le des Kö­nig­reichs in Eu­ro­pa ein.

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