Ka­len­der­blatt 8. De­zem­ber 1980

Rheinische Post Moenchengladbach - - UNTERHALTUNG -

Der Mör­der hat­te sei­ne Tat lan­ge ge­plant. Mark Da­vid Ch­ap­man war ein re­li­giö­ser Ei­fe­rer, des­sen Un­mut die Beat­les und vor al­lem John Len­non durch ver­schie­de­ne Äu­ße­run­gen auf sich ge­zo­gen hat­ten. Len­non hat­te 1966 in ei­nem Interview ge­sagt, die Beat­les sei­en be­rühm­ter als Je­sus Chris­tus, auch die Song­zei­le „Ima­gi­ne the­re’s no hea­ven“(Stell Dir vor, es ge­be kei­nen Him­mel) stamm­te aus sei­ner Feder. Ch­ap­man, der sein Le­ben lang dar­auf be­stand, nicht geis­tes­ge­stört zu sein, nann­te un­ter an­de­rem die­se Äu­ße­run­gen als Grund für sei­nen Vor­satz, Len­non zu er­mor­den. Er hat­te sich ei­ne Waf­fe be­sorgt und im Vor­feld Schieß­übun­gen im Wald un­ter­nom­men. Am 8. De­zem­ber kam es zum At­ten­tat. Len­non und Yo­ko Ono hat­ten den Tag mit ver­schie­de­nen Ter­mi­nen ver­bracht, un­ter an­de­rem wa­ren sie bei ei­nem Fo­to­shoo­ting mit der be­rühm­ten Fo­to­gra­fin An­nie Lei­bo­vitz ge­we­sen. Am Abend, um 22.50 Uhr, ka­men bei­de ge­ra­de aus dem Ton­stu­dio, wo Ono ei­nen neu­en Song auf­ge­nom­men hat­te. Ch­ap­man ließ sein Op­fer noch an sich vor­bei ge­hen, dann gab er fünf Schüs­se ab. Vier Ku­geln tra­fen Len­non, er starb we­ni­ger als 20 Mi­nu­ten spä­ter im Kran­ken­haus. Da war Ch­ap­man be­reits ver­haf­tet. Er war gar nicht erst ge­flüch­tet, son­dern hat­te sich noch am Ort des An­schlags fest­neh­men las­sen. Er ge­stand den Mord und wur­de zu ei­ner Frei­heits­stra­fe von 20 Jah­ren bis le­bens­läng­lich ver­ur­teilt. Er be­fin­det sich bis heu­te in Haft.

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