Smog in Pe­king

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON MAR­TIN KESS­LER

Die Chi­ne­sen neh­men es mit Hu­mor, dass sie in ih­rer Haupt­stadt kaum die Hand vor ih­ren Au­gen se­hen kön­nen, weil die Luft der­art ver­schmutzt ist. Das er­in­nert fast an Smog-Alarm im Ruhr­ge­biet vor 40 Jah­ren. Im­mer­hin ist jetzt der Him­mel über der Ruhr wie­der blau. Da­von sind Pe­king und an­de­re chi­ne­si­sche Städ­te weit ent­fernt.

Das zeigt, dass die Um­welt­pro­ble­me vor al­lem in den neu in­dus­tria­li­sier­ten Län­dern wie­der deut­lich zu­neh­men. Auch in De­lhi, Schang­hai oder Sao Pau­lo ist die Luft oft zum Schnei­den. Ins­be­son­de­re die Län­der mit ho­hem Wirt­schafts­wachs­tum tun zu we­nig für ih­re Um­welt. Erst kommt das Fres­sen, dann die Moral.

Das wirft auch ein Licht auf die Ver­hand­lun­gen in Pa­ris zum glo­ba­len Kli­ma­schutz. Län­der wie Chi­na, In­di­en und Bra­si­li­en tun sich schwer, den Ein­satz fos­si­ler Brenn­stof­fe wie Koh­le oder Gas zu re­du­zie­ren. Doch es wird Zeit um­zu­den­ken, im Um­welt­schutz vor Ort wie in der Kli­ma­po­li­tik. Es ist rich­tig, dass die In­dus­trie­län­der vor­aus­ge­hen. Aber wenn die Schwel­len­län­der nicht fol­gen, er­stickt der Pla­net. BE­RICHT

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