War­nung vor is­la­mi­schen „Frie­dens­rich­tern“in Schu­len

Rheinische Post Moenchengladbach - - NORDRHEIN-WESTFALEN - VON CHRIS­TI­AN SCHWERDTFEGER

DÜSSELDORF Im Kampf ge­gen die so­ge­nann­te Par­al­lel­jus­tiz in un­se­rer Ge­sell­schaft setzt das nord­rhein­west­fä­li­sche Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um auf Auf­klä­rung in den Schu­len. Die Lan­des­re­gie­rung bie­tet des­halb pro Jahr rund 1000 frei­wil­li­ge Ar­beits­ge­mein­schaf­ten zur Rechts­kun­de an fast al­len Schul­for­men an. Das geht aus ei­nem Ab­schluss­be­richt des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums zur „Ver­hin­de­rung von rechts­staat­lich pro­ble­ma­ti­scher Par­al­lel­jus­tiz“her­vor, der un­se­rer Re­dak­ti­on vor­liegt.

Bei der Par­al­lel­jus­tiz han­delt es sich um ei­ne il­le­ga­le Rechts­spre­chung, die vor al­lem im is­la­mi­schen Kul­tur­kreis prak­ti­ziert wird. Da­bei ver­han­deln im Schat­ten des deut­schen Rechts­staats selbst er­nann­te is­la­mi­sche „Frie­dens­rich­ter“über Schei­dun­gen, Zwangs­hei­ra­ten und ge­walt­tä­ti­ge Fa­mi­li­en­kon­flik­te, wo­durch Straf­ver­fah­ren ver­ei­telt wer­den.

Der rechts­po­li­ti­sche Spre­cher der FDP-Land­tags­frak­ti­on, Dirk We­del, er­klärt: „Par­al­lel­jus­tiz rich­tet sich ge­gen das Ge­walt­mo­no­pol des Staa- tes und ist da­mit ein er­heb­li­cher An­griff auf das Fun­da­ment un­se­res Rechts­staats.“We­del kri­ti­siert, dass Rot-Grün in NRW viel zu we­nig da­ge­gen un­ter­neh­me. „Es ist un­zu­rei­chend, dass die Lan­des­re­gie­rung bis­her auf das Zu­falls­prin­zip setzt, um Fäl­le von Par­al­lel­jus­tiz zu ent­de­cken“, be­ton­te der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te der FDP. Die Er­mitt­lungs­be­hör­den müss­ten al­le Re­gis­ter zie­hen, um Fäl­le von Par­al­lel­jus­tiz auf­zu­de­cken und zu sank­tio­nie­ren, for­der­te er.

Ein Jahr lang hat­ten sich die Jus­tiz­mi­nis­ter der Län­der seit dem 6. No­vem­ber 2014 mit dem The­ma be­schäf­tigt. Dem Ab­schluss­be­richt zu­fol­ge hat es in NRW in den ver­gan­ge­nen vier Jah­ren acht Er­mitt­lungs- und Straf­ver­fah­ren ge­ge­ben, in de­nen es Hin­wei­se auf die Ein­schal­tung ei­nes re­li­giö­sen „Streit­schlich­ters gab. Doch Ex­per­ten mei­nen, dass das nur die Spit­ze des Eis­bergs sein kann. „Die Dun­kel­zif­fer dürf­te um ein zig­fa­ches hö­her lie­gen“, be­tont ein Po­li­zist. „In die­sen Krei­sen geht man nicht zu Po­li­zei. Man re­gelt das un­ter­ein­an­der. Dar­um wis­sen wir so we­nig“, sagt er.

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