Ge­bur­ten­zahl in NRW auf neu­em Zehn-Jah­res-Re­kord

Rheinische Post Moenchengladbach - - NORDRHEIN-WESTFALEN - VON THO­MAS REI­SE­NER

DÜSSELDORF Im Ge­sund­heits­we­sen ist sie längst Stan­dard: Die so ge­nann­te „evi­denz­ba­sier­te Me­di­zin“, die mög­lichst nur Me­tho­den mit em­pi­risch nach­ge­wie­se­ner Wirk­sam­keit an­wen­det. „Et­was mehr evi­denz­ba­sier­te Po­li­tik“, for­der­te ges­tern auch der Chef des Sta­tis­ti­schen Lan­des­am­tes „IT NRW“, Hans-Jo­sef Fi­scher, als er das neue Sta­tis­ti­sche Jahr­buch des Lan­des vor­stell­te: Ei­nen fast 800 Sei­ten di­cken Wäl­zer, der das Land in Zah­len und Ta­bel­len er­fasst. Fi­scher: „Die­ser Da­ten-Schatz wird von der Po­li­tik nicht aus­rei­chend ge­nutzt. Man könn­te mehr dar­aus ma­chen.“

Als Bei­spiel nann­te er den de­mo­gra­fi­schen Wan­del: Auf die War­nung der Sta­tis­ti­ker vor ei­ner dra­ma­ti­schen Al­te­rung der Ge­sell­schaft hät­te die Po­li­tik schon Jah­re frü­her re­agie­ren kön­nen. Um­ge­kehrt kön­ne man an­hand von Sta­tis­ti­ken auch den kon­kre­ten Er­folg von po­li­ti­schen Ent­schei­dun­gen mes­sen. Laut Fi­scher gibt es so ein sta­tis­ti­sches Mo­ni­to­ring be­reits in der NRW-Um­welt­po­li­tik.

Ei­ge­ne Schluss­fol­ge­run­gen ver­kneift sich die Be­hör­de. Sie stellt die Da­ten nur in den Raum. Zum Bei­spiel sol­che: Et­wa 0,5 Pro­zent der Land­wirt­schafts­flä­che in NRW wur­de 2014 zur Kul­ti­vie­rung von Weih­nachts­bäu­men ge­nutzt. Oder: Im ver­gan­ge­nen Jahr wur­de in NRW al­le drei­ein­halb Mi­nu­ten ein Kind ge­bo­ren – die Ge­bur­ten­zahl war mit 155.102 so hoch wie seit zehn Jah­ren nicht mehr. Oder: Die Ver­brau­cher in NRW zahl­ten im Sep­tem­ber 2015 für ein Pfund Kaf­fee 25 Pro­zent mehr als vor fünf Jah­ren, für Zi­ga­ret­ten 17,5 Pro­zent mehr und für Mi­ne­ral­was­ser 5,3 Pro­zent mehr.

Apro­pos Was­ser: 2013 flos­sen 133 Li­ter pro Kopf und Tag durch NRWLei­tun­gen – et­wa halb so viel wie in den USA und 14 Li­ter we­ni­ger als noch 1995. Die re­gio­na­len Un­ter­schie­de beim Ver­brauch sind groß: Ein Düs­sel­dor­fer zapft täg­lich 167,6 Li­ter aus dem Was­ser­hahn, we­ni­ger als 120 Li­ter sind es da­ge­gen im Kreis Vier­sen. Nur et­wa vier Pro­zent des Was­sers wird ge­trun­ken oder beim Ko­chen ver­braucht. Der Rest fließt zum Bei­spiel in Du­schen, Spül- und Wasch­ma­schi­nen.

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