Neu­er Streit zwi­schen Heb­am­men und Kas­sen

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT -

BER­LIN (anh) Der Streit zwi­schen der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV) und dem Heb­am­men­ver­band ist er­neut es­ka­liert. Bei­de Sei­ten konn­ten sich nicht ein­mal auf ein ein­fa­ches An­trags­for­mu­lar ei­ni­gen, mit dem die Heb­am­men die Er­stat­tung ih­rer stark ge­stie­ge­nen Haft­pflicht­ver­si­che­rungs-Kos­ten be­an­tra­gen sol­len, wie der GKVSpit­zen­ver­band auf An­fra­ge mit­teil­te. Da­mit droht vie­len Heb­am­men im neu­en Jahr das Aus.

Zum Hin­ter­grund: Die Haft­pflicht­ver­si­che­rung ist um 23 Pro­zent auf jähr­lich 6274 Eu­ro für frei­be­ruf­li­che Heb­am­men ge­stie­gen. Da vie­le Heb­am­men das nicht tra­gen kön­nen, gab es ei­nen lan­gen Streit mit den Kas­sen. Im Sep­tem­ber hat­te ein Schieds­ge­richt ei­nen Schieds­spruch ge­fällt. Da­nach be­kom­men Heb­am­men mehr Geld, müs­sen aber auch Qua­li­täts­kri­te­ri­en ein­hal­ten. Haus­ge­bur­ten sind un­ter be­stimm­ten Um­stän­den (Dia­be­tes der Mut­ter, Blut­grup­pen-In­kom­pa­ti­bi­li­tät) aus­ge­schlos­sen. Der Deut­sche Heb­am­men­ver­band (DHV), der 2300 Heb­am­men ver­tritt, lehnt den Schieds­spruch ab und will da­ge­gen kla­gen.

„Ich ap­pel­lie­re an den DHV, im Sin­ne sei­ner Mit­glie­der zu agie­ren. Wer auf Blo­cka­de­hal­tung setzt und selbst Lö­sun­gen bei ein­fa­chen Ver­fah­rens­fra­gen ver­wei­gert, läuft Ge­fahr, den Rea­li­täts­be­zug zu ver­lie­ren“, sag­te Jo­hann von St­a­ckel­berg, Vi­ze-Chef des GKV-Spit­zen­ver­ban­des. „Wir wol­len, dass die Heb­am­men vor Ort schnell und un­bü­ro­kra­tisch den Aus­gleich für die ge­stie­ge­nen Kos­ten der Haft­pflicht­ver­si­che­rung er­hal­ten.“Wenn das nicht mit dem DHV ge­lin­ge, wür­den die Kas­sen an­de­re Lö­sun­gen an­bie­ten. „Es darf nicht sein, dass die ein­zel­ne Heb­am­me un­ter dem Ver­sa­gen ih­rer In­ter­es­sens­ver­tre­tung lei­det.“

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