Eagles of De­ath Me­tal spiel­ten wie­der in Pa­ris

Rheinische Post Moenchengladbach - - KULTUR - VON CHRIS­TI­NE LON­GIN

PA­RIS „Vor drei­ein­halb Wo­chen wur­de euch die Büh­ne bru­tal ge­raubt – heu­te ge­ben wir sie euch zu­rück.“Mit die­sen Wor­ten stell­te U2Front­man Bo­no in der Pa­ri­ser Kon­zert­hal­le Ber­cy sei­nen Über­ra­schungs­gast vor: die Rock­grup­pe Eagles of De­ath Me­tal. Drei­ein­halb Wo­chen nach dem Ter­ror-An­griff auf ihr Kon­zert im Pa­ri­ser Bat­a­clan mel­de­ten sich die vier Mu­si­ker vor dem Pu­bli­kum zu­rück. Ih­re bei­den Lie­der zum Ab­schluss des U2-Kon­zerts wa­ren auch ein Zei­chen ge­gen die Ge­walt. „Peop­le ha­ve the Po­wer“lau­te­te der Song von Pat­ti Smith, den der ganz in weiß ge­klei­de­te Sän­ger Jes­se Hug­hes vor rund 20.000 Zu­schau­ern an­stimm­te. „Das Volk hat die Macht, das Werk von Ver­rück­ten zu til­gen“, heißt es im Re­frain.

Der gan­ze Abend ge­riet zu ei­ner Ge­denk­ver­an­stal­tung für die Op­fer der An­schlä­ge vom 13. No­vem­ber. „Wir sind heu­te Abend al­le Pa­ri­ser“, sag­te Bo­no auf Fran­zö­sisch. „Wenn ihr die Frei­heit liebt, ist Pa­ris eu­re Stadt.“U2 soll­te ei­gent­lich am 14. und 15. No­vem­ber in der fran­zö­si­schen Haupt­stadt auf­tre­ten, sag­te die Auf­trit­te aber nach den An­schlä­gen mit 130 To­ten ab.

89 Men­schen star­ben al­lein im Bat­a­clan, als die Is­la­mis­ten am 13. No­vem­ber um 21.40 Uhr den mit 1500 Kon­zert­be­su­chern voll be­setz­ten Saal stürm­ten. Den Alp­traum der fol­gen­den St­un­den schil­der­ten die Eagles of De­ath Me­tal hin­ter­her in ei­nem Interview mit der Web­site „Vice“. „Ein Haupt­grund, war­um so vie­le Men­schen ge­tö­tet wur­den, ist, dass so vie­le ih­re Freun­de nicht ver­las­sen woll­ten“, sag­te Hug­hes den Trä­nen na­he. Der Sän­ger hat­te in der Hor­ror­nacht ei­nen Kon­zert­be­su­cher in sei­ner Gar­de­ro­be un­ter sei­ner Le­der­ja­cke ver­steckt und so vor dem Tod be­wahrt.

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