Ka­len­der­blatt 9. De­zem­ber 1994

Rheinische Post Moenchengladbach - - UNTERHALTUNG -

Den Li­te­ra­tur-No­bel­preis hat As­trid Lind­gren nie be­kom­men – sehr zum Un­ver­ständ­nis ih­rer zahl­rei­chen jun­gen und al­ten Le­ser. Mehr als 100 Kin­der­bü­cher, Kurz­ge­schich­ten und Büh­nen­stü­cke hat die Schwe­din ver­fasst. Wer­ke, in de­nen Kin­der nicht nur Fi­gu­ren, son­dern Cha­rak­te­re sind, je­der auf sei­ne ei­ge­ne Art ein­zig­ar­tig. Am 9. De­zem­ber 1994 wur­de As­trid Lind­gren für ih­re Ar­beit mit dem so­ge­nann­ten al­ter­na­ti­ven No­bel­preis aus­ge­zeich­net. Er wird je­des Jahr durch die Right Li­ve­lihood Award Foun­da­ti­on ver­ge­ben, die seit 1980 Men­schen aus­zeich­net, die sich durch ih­re Le­bens­füh­rung für ei­ne bes­se­re Welt ein­set­zen. Ob­wohl die Be­zeich­nung „al­ter­na­ti­ver No­bel­preis“in der Öf­fent­lich­keit eta­bliert ist, steht die Or­ga­ni­sa­ti­on in kei­nem Zu­sam­men­hang zur No­bel­stif­tung. In der Be­grün­dung für den Preis an Lind­gren hieß es, sie set­ze sich „durch ih­re ein­zig­ar­ti­ge Art zu schrei­ben für die Rech­te von Kin­dern und für mehr Re­spekt für ih­re Ein­zig­ar­tig­keit ein“. In Lind­grens Wer­ken sind Kin­der mu­tig, stolz, in­tel­li­gent und stark – sie dür­fen aber ein­mal ver­zwei­feln und wei­nen, die fal­schen Ent­schei­dun­gen tref­fen und lau­nisch sein. Auf die­se Wei­se schenk­te Lind­gren der Welt un­ver­gess­li­che Fi­gu­ren: Mäd­chen wie Pip­pi Langs­trumpf, Ron­ja Räu­ber­toch­ter und Lot­ta aus der Krach­ma­cher­stra­ße und Jun­gen wie den Meis­ter­de­tek­tiv Kal­le Blom­quist und Mi­chel aus Lön­ne­ber­ga.

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