Bi­ma schenkt Stadt die Bri­ten-Häu­ser

Die et­wa 100 Rei­hen­häu­ser an der Li­li­en­thal- und der Hu­go-Ecke­ner-Stra­ße in Holt wür­de die Bun­des­an­stalt für Im­mo­bi­li­en­auf­ga­ben so­gar auf ei­ge­ne Kos­ten sa­nie­ren. In der Sied­lung könn­ten dann Flücht­lin­ge un­ter­ge­bracht wer­den.

Rheinische Post Moenchengladbach - - PANORAMA - VON IN­GE SCHNETTLER

Es ist noch nichts un­ter­schrie­ben. Des­halb hal­ten sich die Ver­ant­wort­li­chen vor­läu­fig zu­rück. „Wir sind in Ge­sprä­chen mit der Bi­ma“, sagt De­zer­nent Gert Fi­scher, in­ner­halb der Ver­wal­tungs­spit­ze für die Un­ter­brin­gung der Flücht­lin­ge in der Stadt zu­stän­dig. Es geht um die et­wa 100 so ge­nann­ten Bri­ten-Häu­ser an der hin­te­ren Li­li­ent­hal­stra­ße und der Hu­go-Ecke­ner-Stra­ße zwi­schen Ho­ckey-Sta­di­on und A 61. Die sind im Be­sitz der Bun­des­an­stalt für Im­mo­bi­li­en­auf­ga­ben (Bi­ma). Die Rei­hen­häu­ser sind im Lau­fe der letz­ten Jah­re kom­plett ver­wahr­lost. Die Tü­ren sind her­aus­ge­bro­chen, Fens­ter ein­ge­schmis­sen, Müll türmt sich, aus den Häu­sern ist al­les ver­schwun­den, was nicht niet- und na­gel­fest war – Hei­zun­gen, Strom­ka­bel, Roh­re. Ein Geis­ter­dorf.

Nach­dem die Bun­des­an­stalt ur­sprüng­lich ei­ne hor­ren­de Kauf­sum­me für die Im­mo­bi­li­en for­der­te, scheint sich nun das Blatt kom­plett ge­wen­det zu ha­ben. Nach Aus­kunft der städ­ti­schen Pres­se­stel­le will die Bi­ma der Stadt die ka­put­ten Häu­ser schen­ken. Sie sol­len Flücht­lin­gen als Un­ter­kunft die­nen. Mehr noch: Die Bun­des­an­stalt will so­gar für die Sa­nie­rung der Im­mo­bi­li­en auf­kom­men. „Das wä­re ei­ne wirk­lich in­ter­es­san­te Lö­sung“, sagt Pres­se­spre­cher Wolf­gang Speen. Die sei al­ler­dings nicht von heu­te auf mor­gen zu er­war­ten, son­dern mit­tel­fris­tig.

Da die Stadt da­von aus­geht, dass die Häu­ser nicht dau­er­haft von Flücht­lin­gen ge­nutzt wer­den, könn­te mög­li­cher­wei­se ein al­ter Plan doch noch ver­wirk­licht wer­den. Denn ur­sprüng­lich hat­te die Stadt vor­ge­habt, die Ein­fach-Häu­ser selbst zu er­wer­ben, ab­zu­rei­ßen und das Ge­län­de für den Aus­bau der A 61 und für die Er­wei­te­rung des ge­plan­ten Ge­wer­be­ge­biets im Nord­park zu nut­zen. Dar­aus wur­de nichts, weil der Bund zu viel Geld ha­ben woll­te und die 56 Häu­ser an der vor­de­ren Li­li­ent­hal­stra­ße an das Stutt­gar­ter Un­ter­neh­men M & S ver­kauf­te.

M & S hät­te auch all­zu­gern die Häu­ser auf dem hin­te­ren Teil des Are­als ge­kauft – wahr­schein­lich auch wie­der knall­bunt an­ge­stri­chen und je­weils für un­ter 100.000 Eu­ro ver­kauft. Das hat­te im Fall der 56 Im­mo­bi­li­en zwi­schen der Li­li­en­thal- und der Aa­che­ner Stra­ße wun­der­bar und in atem­be­rau­bend kur­zer Zeit ge­klappt. Da­bei muss­ten die neu­en Ei­gen­tü­mer ei­nen nicht un­er­heb­li­chen Pfer­de­fuß ak­zep­tie­ren. We­gen der ge­plan­ten Er­wei­te­rung der A 61, die un­mit­tel­bar an der Sied­lung vor­bei­geht, gibt es ei­ne Klau­sel, die die Ent­eig­nung und den Ab­riss im We­ge ste­hen­der Häu­ser vor­sieht. Das hat­te die Häus­le­käu­fer of­fen­bar nicht ab­ge­schreckt.

In un­mit­tel­ba­rer Nä­he der ehe­ma­li­gen Bri­ten-Sied­lung hat die Stadt für mehr als drei Mil­lio­nen Eu­ro ei­ne Flücht­lings­un­ter­kunft für 400 Per­so­nen in Leicht­bau­wei­se er­rich­ten las­sen und an das Land ver­mie­tet. Ob­wohl fer­tig­ge­stellt, ist dort bis­her kein ein­zi­ger Flücht­ling ein­ge­zo­gen.

RP-FOTO: DETLEF ILGNER

So se­hen die Bri­ten-Häu­ser an der Li­li­ent­hal­stra­ße aus. Die Ein­gän­ge und Fens­ter im Erd­ge­schoss hat die Bi­ma ver­ram­meln las­sen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.