Groß­übung mit ver­schüt­te­ten Men­schen

Ein Gas­leck, ei­ne Ex­plo­si­on und 13 ver­letz­te Men­schen – das war das Übungs­sze­na­rio für DRK, Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr und Hun­de­staf­fel. Die Ret­tung ver­lief rei­bungs­los. Nur ein Ver­letz­ten­dar­stel­ler muss­te sich ein zwei­tes Mal ver­ste­cken.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON FRANK SCHIP­PERS

Es liegt Gas­ge­ruch in der Luft, we­nig spä­ter folgt ei­ne hef­ti­ge Ex­plo­si­on, Men­schen wer­den ver­schüt­tet. Ein Sze­na­rio, das für die frei­wil­li­gen Hel­fer von Feu­er­wehr und Ka­ta­stro­phen­schutz nicht all­täg­lich ist. Da­her üb­ten am Wo­che­n­en­de rund 40 Ein­satz­kräf­te des Deut­schen Ro­ten Kreu­zes Mön­chen­glad­bach, der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr, Ein­heit Wick­rath, und der frei­en Ret­tungs­hun­de­staf­fel Kre­feld die Su­che nach ver­schüt­te­ten und ver­letz­ten Men­schen. Da­mit al­les so rea­li­täts­nah wie mög­lich wirkt, wa­ren ins­ge­samt 13 Ver­letz­ten­dar­stel­ler von Ju­gend­feu­er­wehr Wick­rath und Ju­gend­rot­kreuz Mön­chen­glad­bach ein­ge­bun­den, die es den Ein­satz­kräf­ten ganz und gar nicht leicht ge­macht ha­ben.

Es galt, wie auch im Re­al­fall, an ers­ter Stel­le Ge­fah­ren zu er­ken­nen, die ei­ge­ne Si­cher­heit nicht zu ge­fähr­den. Ge­übt wur­de auf dem Ge­län­de des DRK-Ka­ta­stro­phen­schutz­zen­trums in Güd­derath, wo 15 Hun­de­füh­rer mit neun Flä­chen­hun­den und zwei Per­so­nen­spür­hun­den zu­nächst nach den ver­miss­ten Per­so­nen such­ten.

„So­bald die Hun­de an­schla­gen, zie­hen wir die Feu­er­wehr für die Hil­fe bei der Ber­gung hin­zu. An­schlie­ßend wer­den die Ver­letz­ten in ein Be­hand­lungs­zelt ge­bracht“, sagt Yvon­ne Pei­ler-Zangs, Lei­te­rin der DRK-Orts­ge­mein­schaft Wick­rath, die die Übung fe­der­füh­rend ge­plant hat. Ei­ne be­son­de­re Her­aus­for­de­rung ist für Mensch und Hund – ne­ben der Dun­kel­heit – auch das gro­ße, un­weg­sa­me Ge­län­de, das die Su­che sehr er­schwert. Über die me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung hin­aus ha­ben die Ka­ta­stro­phen­schutz­hel­fer des Ro­ten Kreu­zes da­her so­fort zu Be­ginn die Ein­satz­stel­le groß­flä­chig aus­ge­leuch­tet.

Knapp 15 Mi­nu­ten dau­ert es, bis der ers­te Pa­ti­ent ge­fun­den ist, der in ei­ner Gru­be un­ter ei­nem Lkw liegt – sehr schwer er­reich­bar für die Ein­satz­kräf­te. Als er ent­deckt ist, spricht er von ei­nem Gas­leck. Al­le Hel­fer zie­hen sich zu­rück, nur die Feu­er­wehr bleibt und gibt dann we­nig spä­ter Ent­war­nung. Mit schwe­rem Ge­rät und un­ter Atem­schutz be­ge­ben sich die Ret­ter dann in die Gru­be, um den Men­schen zu ret­ten. Da­bei wird nicht nur ei­ne spe­zi­el­le Tra­ge ein­ge­setzt, son­dern es ist auch viel Kraft ge­for­dert. Sind hier noch mehr? Wenn ja, wo? Wie vie­le? Das sind die Fra­gen, die die Hel­fer im­mer wie­der stel­len, aber nie­mand be­ant­wor­tet sie, so wie meist auch im Ernst­fall.

Die Hel­fer von Feu­er­wehr, Ro­tem Kreuz und Hun­de­staf­fel müs­sen al­les ge­ben, denn ne­ben dem Ver­letz­ten in der Gru­be liegt noch ei­ne „wie­der­be­le­bungs­pflich­ti­ge Person“auf dem Dach des Ge­bäu­des, die zu­erst mit der Dreh­lei­ter ge­ret­tet wer­den muss. War es das? Nein, die Hun­de su­chen wei­ter und schla­gen er­neut an. Ein Mensch liegt in ei­nem Schacht und muss mit Spe­zi­al­ge­rät dort raus­ge­holt wer­den.

Wäh­rend Hun­de­füh­rer su­chen und die Feu­er­wehr­leu­te die Ber­gung der ver­letz­ten über­neh­men, ha­ben die Sa­nis im Be­hand­lungs­zelt al­le Hän­de voll zu tun, es kom­men mehr und mehr Pa­ti­en­ten. Im Zelt liegt die obers­te Prio­ri­tät dar­auf, die vie­len Ver­letz­ten in die Ka­te­go­ri­en leicht-, mit­tel- und schwer ver­letzt ein­zu­tei­len so­wie sie bis zum Ab­trans­port mit dem Ret­tungs­wa­gen op­ti­mal zu ver­sor­gen, so wie eben auch in der Rea­li­tät. „Da­für, dass die­se Ein­hei­ten in der Kon­stel­la­ti­on noch nie zu­sam­men­ge­ar­bei­tet ha­ben, klappt das Zu­sam­men­spiel aus­ge­zeich­net“, sagt DRK-Kreis­be­reit­schafts­lei­ter Re­né Hart­mann, der al­les kri­tisch be­ob­ach­tet.

Ob­wohl al­le Kräf­te die Übung äu­ßerst ernst neh­men, darf auch mal ge­lacht wer­den. Ein Aus­lö­ser da­für ist ein Pa­ti­ent, der zu früh ent­deckt wird. Kur­zer­hand brin­gen die Ein­satz­kräf­te ihn zu­rück und er muss war­ten, bis der dann noch mal ge­ret­tet wird. Nach ei­ner kur­zen Be­spre­chung geht es wei­ter ins Ge­rä­te­haus der FF-Wick­rath, wo es dann für al­le zum Ab­schluss ei­ne wohl­ver­dien­te Stär­kung gibt.

FOTOS (3): FRANK SCHIP­PERS

So­bald die Hun­de an­schlu­gen, wur­den die Feu­er­wehr­kräf­te zur Men­schen­ret­tung hin­zu­ge­zo­gen. Es gab 13 Ver­letz­ten­dar­stel­ler.

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