Klin­gen­de Weih­nachts­freu­de – und Initia­tiv­kreis: Kha­tia Bu­n­ia­tish­vili am En­de läu­ten die Müns­ter­glo­cken er­öff­net das kom­men­de Jahr

Das Jun­ge Vo­kal­ensem­ble und das Ju­gend­sin­fo­nie­or­ches­ter der Mu­sik­schu­le sin­gen und spie­len auf ei­ner neu­en CD zum Fest: „Na­ti­vi­ty Ca­rols II“.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LO­KA­LE KUL­TUR - VON AR­MIN KAU­MANNS

Da prunkt die Städ­ti­sche Mu­sik­schu­le mit al­lem, was sie aus­macht: gu­te Mu­sik, gu­te Sän­ger und In­stru­men­ta­lis­ten, gu­te Freun­de und ein gu­ter ge­mein­sa­mer Geist. In die­sem Fall der Geist der Weih­nacht. „Na­ti­vi­ty Ca­rols II“heißt die frisch ge­press­te und mit Schnee­kris­tall­stern­chen de­ko­rier­te CD, die im Herbst un­ter Mit­wir­kung des Jun­gen Vo­kal­ensem­bles und des Ju­gend­sin­fo­nie­or­ches­ters auf­ge­nom­men wur­de. Klaus Paul­sen und Chris­ti­an Ma­les­cov lei­ten die En­sem­bles. Rü­di­ger Blö­mer, Kom­po­nist und Gei­ger mit Wur­zeln in der Mu­sik­schu­le, hat die 50 Mi­nu­ten Mu­sik quer durchs weih­nacht­li­che und fest­li­che Re­per­toire pro­fi­mä­ßig ein­ge­fan­gen und ab­ge­mischt. Das Er­geb­nis be­ein­druckt. Und gibt ein pri­ma Weih­nachts­ge­schenk ab.

Klaus Paul­sen ist seit et­li­chen Jah­ren fürs ge­mein­schaft­li­che Sin­gen an der Mu­sik­schu­le zu­stän­dig. Das um ei­ni­ge In­stru­men­tal-Leh­rer und El­tern er­wei­ter­te Jun­ge Vo­kal­ensem­ble hat of­fen­kun­dig Spaß an Sät­zen von Rut­ter, Sand­ström und an­de­ren, die alt­be­kann­te Weih­nachts­lie­der neu­zeit­lich ein­fär­ben. So­gar Rü­di­ger Blö­mer hat für „Stil­le Nacht“ein neu­es Ge­wand kom­po- Jo­se­fi­ne Jün­ger­mann

auf der CD niert, das die Lust zum Mit­sin­gen noch et­was reiz­vol­ler macht. Wir hö­ren un­ter an­de­rem sehr hübsch, sau­ber und har­mo­nisch ge­sun­ge­ne Fas­sun­gen von „Ma­ria durch ein Dorn­wald ging“, „Es ist ein Ros ent­sprun­gen“und ei­nen eng­lisch­spra­chi­gen Teil, zu dem ne­ben Rut­ter auch Ben­ja­min Brit­ten die Vor­la­gen lie­fert.

Zwi­schen all die­sem vo­ka­len Wohl­klang we­ben sich in­stru­men­ta­le Stü­cke, die die Vor­freu­de aufs Fest zu stei­gern im Stan­de sind. Ein Con­cer­to gros­so von Co­rel­li und zwei Sät­ze aus Vi­val­dis Kon­zert für So­pra­ni­no-Block­flö­te mit Jo­han­na Bley­er als So­lis­tin. Zum Schluss er­tönt das Fest­tags­ge­läut der Müns­ter­ba­si­li­ka. Da schließt sich dann der Bo­gen zum stim­mungs­vol­len Kla­vier-In­tro von Hans-Pe­ter Faß­ben­der, in das hin­ein ein sü­ßes Kin­der­stimm­chen fragt: „Ma­ma, wie klingt ei­gent­lich Weih­nach­ten?“- Die CD gibt al­ler­liebst Ant­wort.

Der Er­lös der Sil­ber­schei­be kommt dem För­der­ver­ein der Mu­sik­schu­le zu­gu­te. Und wer die Ak­ti­ven li­ve er­le­ben möch­te, hat da­zu am Sams­tag vor dem 4. Ad­vent, dem 19. De­zem­ber, um 18 Uhr in der Ci­ty­kir­che Ge­le­gen­heit. Kar­ten (10 Eu­ro) gibt es bei der Buch­hand­lung De­gen­hardt, Fried­rich­stra­ße 14. Und der Er­lös geht an den Bau­ver­ein Haupt­pfarr­kir­che. (RP) Am 19. Ja­nu­ar prä­sen­tiert der Initia­tiv­kreis Mön­chen­glad­bach die Welt­klas­se­pia­nis­tin aus Ge­or­gi­en. Das jun­ge En­sem­ble Ama­dé lässt auf­hor­chen.

Kha­tia Bu­n­ia­tish­vili, be­kannt für ihr war­mes, mit­un­ter ele­gisch poin­tier­tes Spiel, trifft auf Ama­dé, das Kam­mer­or­ches­ter mit der ex­zel­len­ten Klang­ba­lan­ce und dem glo­cken­rei­nen Orches­ter­ton. 40 Mi­nu­ten Mo­zart spie­len sie ge­mein­sam, nach der Pau­se dann in­ter­pre­tiert die Kam­mer­phil­har­mo­nie Haydns Sin­fo­nie Nr. 99.

Wer sich die Bio­gra­fie von Kha­tia Bu­n­ia­tish­vili an­schaut, dem wird schnell klar, war­um die 28-Jäh­ri­ge schon in der Ber­li­ner Phil­har­mo­nie und der Lon­do­ner Wig­mo­re Hall auf­ge­tre­ten ist und be­reits durch Chi­na und Nord­ame­ri­ka tour­te. Sie be­sitzt das ab­so­lu­te Ge­hör – ei­ne au­ßer­ge­wöhn­li­che Be­ga­bung, die von der Mut­ter, ei­ner be­geis­ter­ten Mu­sik­lieb­ha­be­rin, schnell er­kannt wur­de. Früh führ­te sie die Toch­ter an das Kla­vier her­an. Mit sechs Jah­ren de­bü­tier­te Kha­tia be­reits als So­lis­tin mit Orches­ter. Mit zehn Jah­ren folg­te sie ers­ten Ein­la­dun­gen zu Gast­spie­len in die Schweiz, nach Hol­land, Frank­reich, Deutsch­land, Bel­gi­en, Ita­li­en, Ös­ter­reich, Russ­land, Is­ra­el und in die USA. Sie stu­dier­te am staat­li­chen Kon­ser­va­to­ri­um in Tif­lis, spä­ter wech­sel­te sie an die Hoch­schu­le für Mu­sik und Darstel­len­de Kunst nach Wi­en. 2010 wur­de sie mit dem Bor­let­ti-Bui­to­ni Trust Award aus­ge­zeich­net. Gro­ße An­er­ken­nung er­hielt Kha­tia Bu­n­ia­tish­vili 2012 mit dem Echo Klas­sik als Bes­te New­co­me­rin des Jah­res.

Die Kam­mer­phil­har­mo­nie Ama­dé mit Mu­si­ke­rin­nen und Mu­si­kern aus Nord­rhein-West­fa­len und ganz Eu­ro­pa ist un­ter der Lei­tung von Frie­der Obst­feld längst zu ei­nem der be­mer­kens­wer­tes­ten jun­gen En­sem­bles der ak­tu­el­len Mu­sik­sze­ne ge­wor­den und auf na­tio­na­len und in­ter­na­tio­na­len Kon­zert­po­di­en prä­sent. Das Orches­ter spiel­te schon mit so nam­haf­ten So­lis­ten wie Ves­se­li­na Kasa­ro­va, Na­ta­lia Gut­man, Ale­xej Lu­bi­mov, Micha­la Pe­tri, Ewa Ku­piec, Mar­tin Stadt­feld und zu­sam­men mit dem Ar­nold Schön­berg Chor Wi­en. An au­ßer­ge­wöhn­li-

„Ma­ma, wie klingt ei­gent­lich Weih­nach­ten?“

cher Stät­te ver­an­stal­tet die Kam­mer­phil­har­mo­nie Ama­dé jähr­lich ihr ei­ge­nes Fes­ti­val, die Som­mer­li­chen Mu­sik­ta­ge Soest. Als ak­tu­el­le CDs lie­gen Ein­spie­lun­gen mit Wer­ken von Jo­han­nes Brahms, Gi­u­sep­pe Ver­di und Wolf­gang Ama­de­us Mo­zart vor, neue Edi­tio­nen auch mit Mu­sik von Al­ban Berg, Franz Liszt und Os­car Straus sind in Vor­be­rei­tung.

FO­TO: KN

Kha­tia Bu­n­ia­tish­vili ist am 19. Ja­nu­ar in Mön­chen­glad­bach.

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