VW-Skan­dal: Kre­feld will Um­welt­auf­la­gen igno­rie­ren

Rheinische Post Moenchengladbach - - VORDERSEITE - VON SE­BAS­TI­AN PE­TERS

KRE­FELD Die Kre­fel­der Stadt­ver­wal­tung hat an­ge­kün­digt, we­gen des VW-Ab­gas­skan­dals neue Maß­nah­men zur Luf­t­rein­hal­tung, die mit der Be­zirks­re­gie­rung ver­ab­re­det wa­ren, nicht um­zu­set­zen. Das kün­dig­te Kre­felds Um­welt­de­zer­nent Tho­mas Vis­ser in ei­nem Schrei­ben an das NRW-Um­welt­mi­nis­te­ri­um an. Kre­feld ge­he da­von aus, dass die Ab­gas­ma­ni­pu­la­ti­on bei ver­schie­de­nen Au­to­her­stel­lern, ins­be­son­de­re bei VW, ei­nen Ein­fluss auf die Im­mis­si­ons­si­tua­ti­on in den Städ­ten ha­be. Die Pro­gno­sen des Lan­des zur Min­de­rung der Stick­oxi­de lie­ßen sich nicht ein­hal­ten, wenn die ma­ni­pu­lier­ten Fahr­zeu­ge mehr Ab­ga­se aus­stie­ßen als ver­mu­tet, heißt es in ei­ner städ­ti­schen Vor­la­ge: „Aus Sicht der Stadt ist es nicht mehr ver­wun­der­lich, dass die Grenz­wer­te nicht ein­ge­hal­ten wer­den kön­nen.“

We­gen Grenz­wer­tüber­schrei­tun­gen bei der Stick­stoff­di­oxid­be­las­tung (NO2) soll Kre­feld zahl­rei­che neue Maß­nah­men um­set­zen, un­ter an­de­rem E-Bi­ke-Sta­tio­nen und Ra­dab­stell­plät­ze bau­en. In dem Brief an das Mi­nis­te­ri­um schreibt De­zer­nent Vis­ser, dass Kre­feld Ge­fahr lau­fe, sich „ei­ner lä­cher­li­chen Dis­kus­si­on“aus­zu­set­zen. Seit Jah­ren kämpft Kre­feld ge­gen die NO2Be­las­tung am Ora­ni­er­ring. Die Stra­ße ist für Lkw ge­sperrt wor­den. Den­noch lag die Stick­stoff­di­oxid­be­las­tung dort 2014 drei Mi­kro­gramm über dem Grenz­wert von 40 Mi­kro­gramm pro Ku­bik­me­ter.

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