Der Tra­di­tio­nel­le

Rheinische Post Moenchengladbach - - NORDRHEIN-WESTFALEN - VON JES­SI­CA KUSCHNIK

Die Nord­mann­tan­ne ist der am häu­figs­ten ge­kauf­te Weih­nachts­baum in Deutsch­land. Wer es tra­di­tio­nell mag, der stellt sich die­se Tan­ne ins Zim­mer. Sie na­delt nicht, riecht aber auch nicht. Op­tik ist hier al­so das Ver­kaufs­ar­gu­ment. DÜSSELDORF Al­le Jah­re wie­der schei­den sich die Geis­ter beim The­ma Tan­nen­baum. Der ei­ne schwört auf die Nord­mann­tan­ne, der an­de­re kann nicht oh­ne Blau­fich­te. Zwar könn­te man mei­nen, die Men­schen in NRW wä­ren wah­re Tan­nen­baumEx­per­ten – schließ­lich liegt hier die deut­sche Hoch­burg der Weih­nachts­bäu­me. Et­wa ein Drit­tel al­ler Fest­tags­tan­nen, die in den Wohn­zim­mern der Bun­des­bür­ger lan­den, kommt aus dem Sau­er­land – rund zehn Mil­lio­nen jähr­lich. Ein wei­te­res Drit­tel stammt aus an­de­ren Tei­len Deutsch­lands, der Rest aus Skan­di­na­vi­en. Doch auch in NRW ist man sich un­eins, wel­che Sor­te die bes­te ist, was der Baum kos­ten darf und ob er aus öko­lo­gi­schem, kom­mer­zi­el­lem oder forst­wirt­schaft­li­chem An­bau stam­men soll. Wel­cher Weih­nachts­baum ist der be­lieb­tes­te? „Als be­lieb­tes­ter Baum hat sich die Nord­mann­tan­ne er­wie­sen“, sagt Kris­tof Köh­ler. Er hat beim Weih­nachts­baum­an­bau für die Land­wirt­schafts­kam­mer NRW den Durchblick. Die Nord­mann­tan­ne ist laut Bun­des­ver­band der Weih­nachts­bau­mer­zeu­ger mit 75 Pro­zent Markt­an­teil der Ver­kaufs­sch­la- ger, „weil sie nicht sticht und die Na­deln lan­ge hal­ten. Lei­der duf­tet sie nicht, wes­halb ei­ni­ge Kun­den Blau­o­der Rot­fich­ten be­vor­zu­gen.“ Wo soll­te ich mei­nen Baum kau­fen? „Die meis­ten Tan­nen stam­men aus Kul­tu­ren, die durch den mas­si­ven Ein­satz von Dün­gern und Pes­ti­zi­den Bo­den, Grund­was­ser und Le­be­we­sen be­las­ten“, er­klärt Birgit Kö­nigs vom Na­tur­schutz­bund NRW. Die Bäu­me, die von dort stam­men, ha­ben kei­ne gu­te Öko­bi­lanz. Al­ter­na­tiv kann man aus öko­lo­gi­scher Wirt­schaft ei­nen zer­ti­fi­zier­ten Baum kau­fen, der nicht ge­spritzt wur­de. Sein Markt­an­teil liegt aber nur bei et­wa ei­nem Pro­zent. Wo es sol­che Bäu­me gibt, er­fährt man zum Bei­spiel auf der Sei­te der Ak­ti­ons­ge­mein­schaft Ro­bin Wood (ro­binwood.de). In NRW gibt es laut Na­bu rund ein Dut­zend öko­lo­gisch wirt­schaf­ten­de Land- und Forst­be­trie­be, et­wa in Kaarst auf dem Lam­mert­z­hof, in En­ne­pe­tal, Schmal­len­berg so­wie in ei­ni­gen Forst­be­triebs­Be­zir­ken im Raum Köln-Bonn. Am um­welt­freund­lichs­ten sind Forst­be­trie­be mit ei­nem FSC-Zer­ti­fi­kat. Op­tisch un­ter­schei­den sich kom­mer­zi­el­le und öko­lo­gi­sche Bäu­me nicht, sagt Kö­nigs: „Bei­de sind hübsch ge­trimmt und ge­ra­de.“ Kann ich mei­nen Baum selbst schla­gen? Wer selbst Hand an­le­gen möch­te, kann das in NRW bei ver­schie­de­nen Forst­be­trie­ben oder auf Bau­ern­hö­fen. Im Win­ter dün­nen vie­le Förs­ter die Wäl­der aus, da­mit al­le Bäu­me aus­rei­chend Licht be­kom­men. Ei­ni­ge müs­sen al­so ge­schla­gen wer­den. Dort kön­nen In­ter­es­sier­te in Ab­spra­che mit dem Förs­ter ei­nen Baum aus­su­chen – ob ge­ra­de oder krumm, ist Ge­schmacks­sa­che – und mit der Axt oder dem Beil an die Ar­beit ge­hen. Wel­che Be­trie­be das an­bie­ten, er­fährt man beim For­st­amt ei­ner Stadt. Auch auf vie­len Hö­fen ist das Selbst­schla­gen mög­lich, et­wa in Er­kelenz beim Bi­o­be­trieb Vol­pert, in Schmal­len­berg auf dem Hof Schul­te-Göbel, in Wen­den, En­ne­pe­tal und Hal­ver (Adres­sen un­ter ro­binwood.de). In ei­ni­gen Be­trie­ben gibt es das nö­ti­ge Schlag­zu­be­hör gleich mit da­zu – und das Know-how lie­fern die Ver­käu­fer. Wann soll­te ich mei­nen Baum kau­fen? „Ab An­fang De­zem­ber wer­den die Bäu­me zum Ver­kauf an­ge­bo­ten“, sagt Köh­ler. Da Na­del­ge­höl­ze dann in der Ve­ge­ta­ti­ons­ru­he sind, sei das Ab­schnei­den nor­ma­ler­wei­se nicht das Pro­blem. „Pro­ble­ma­tisch kann le­dig­lich die Zeit bis zum Fest

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