CDU-Po­li­ti­ker kri­ti­sie­ren La­schet

Nied­ri­ge Um­fra­ge­wer­te, we­nig Pro­fil: Der Lan­des­chef der CDU ist un­ter Druck.

Rheinische Post Moenchengladbach - - NORDRHEIN-WESTFALEN - VON DETLEV HÜWEL UND THO­MAS REI­SE­NER

DÜSSELDORF Die schlech­ten Um­fra­ge­wer­te für die NRW-CDU be­las­ten das in­ner­par­tei­li­che Kli­ma stär­ker als bis­her be­kannt. In der jüngs­ten Sit­zung am Di­ens­tag wur­de nach über­ein­stim­men­den Be­rich­ten meh­re­rer Sit­zungs­teil­neh­mer deut­li­che in­halt­li­che und per­sön­li­che Kri­tik an Frak­ti­ons­chef Ar­min La­schet laut.

So stell­te Frak­ti­ons­mit­glied Holger Mül­ler of­fen die Fra­ge nach dem CDU-Spit­zen­kan­di­da­ten in der Land­tags­wahl 2017. Auf Nach­fra­ge er­klär­te Mül­ler ges­tern: „Ich woll­te nicht die Person in Fra­ge stel­len, nur den Zeit­punkt der No­mi­nie­rung.“Meh­re­re Sit­zungs­teil­neh­mer ha­ben die Fra­ge an­ders ver­stan­den: Bis­lang galt La­schet als Fa­vo­rit, auch wenn die No­mi­nie­rung noch aus­steht. Auf den Flu­ren der CDU-Frak­ti­on wird aber neu­er­dings auch der frü­he­re ge­sund­heits­po­li­ti­sche Spre­cher der CDU-Bun­des­tags­frak­ti­on und heu­ti­ge Staats­se­kre­tär Jens Spahn als Al­ter­na­ti­ve ge­han­delt.

Nach Aus­kunft von drei Sit­zungs­teil­neh­mern sag­te Lothar Hegemann in der Sit­zung am Di­ens­tag an die Adres­se des Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den: „Ar­min, du musst an dei­nem Image ar­bei­ten.“Hegemann woll­te sich ges­tern da­zu nicht äu­ßern. „We­der de­men­tie­ren noch be­stä­ti­gen“will auch CDU-Si­cher­heits­po- Kol­por­tier­tes Zitat aus der

CDU-Frak­ti­ons­sit­zung li­ti­ker Theo Kru­se, dass er be­klagt ha­be: „Wir ha­ben über­haupt kei­ne Stra­te­gie.“Im Ge­spräch mit un­se­rer Zei­tung sag­te er ges­tern: „Ich un­ter­stüt­ze Herrn La­schet un­ein­ge­schränkt, aber das heißt ja nicht, dass man in­tern nicht un­ter­schied­li­cher Auf­fas­sung sein kann.“Die CDU müs­se „als Op­po­si­ti­on die­se Lan­des­re­gie­rung of­fen­si­ver an­grei­fen“. In 18 Mo­na­ten sei die Land­tags­wahl ge­lau­fen. „Des­halb ha­be ich an­ge­mahnt, dass wir uns drin- gend auf ei­ner Klau­sur­ta­gung ein Kon­zept da­für über­le­gen müs­sen“, so Kru­se. So­zi­al­po­li­ti­ker Pe­ter Preuß sag­te ges­tern: „Wir brau­chen noch stär­ke­re Kon­zep­tio­nen für das, was wir wol­len. Auch die öf­fent­li­che Wahr­neh­mung der CDU ist si­cher noch ver­bes­ser­bar.“Hin­ter vor­ge­hal­te­ner Hand wer­den wei­te­re Par­tei­freun­de deut­lich. Kri­ti­siert wird, dass La­schet die Dis­kus­sio­nen in den Gre­mi­en nicht auf Pro­jek­te fo­kus­siert: „Die Sit­zun­gen be­gin­nen mit ei­nem Be­richt des Vor­sit­zen­den, und da­nach re­det je­der, wor­über er will“, sagt ei­ner. Auch ha­be La­schet für ein mög­li­ches Schat­ten­ka­bi­nett kaum Köp­fe auf­ge­baut.

La­schet be­ant­wor­tet die Kri­tik so: „In der Tat hat mich die ak­tu­el­le Flücht­lings­kri­se nicht nur in NRW, son­dern auch als Stell­ver­tre­ter der CDU-Bun­des­vor­sit­zen­den in An­spruch ge­nom­men. In die­sen schwie­ri­gen Zei­ten muss man an den Sachthe­men ar­bei­ten. Über Auf­stel­lun­gen in Wahl­krei­sen, auf Lan­des­ebe­ne und über Wahl­kampf­pro­gram­me wird die Ba­sis der Par­tei recht­zei­tig ent­schei­den.“

„Ar­min, du musst an dei­nem Image

ar­bei­ten“

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