Lohn­un­ter­schie­de zwi­schen Mann und Frau auf­de­cken

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT -

BER­LIN (jd) Schon in den Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen gab es hef­ti­ge Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen Uni­on und SPD um ein Ge­setz ge­gen Lohn­un­ter­schie­de zwi­schen Män­nern und Frau­en. Jetzt hat Frau­en­mi­nis­te­rin Ma­nue­la Schwe­sig (SPD) ih­ren Ent­wurf vor­ge­legt und will ihn bis En­de 2016 ver­ab­schie­det se­hen.

Kä­me das Ge­setz wie von Schwe­sig ge­wünscht, hät­ten Ar­beit­neh­mer künf­tig ein Recht zu er­fah­ren, ob ihr Ge­halt im Ver­gleich zu ver­gleich­bar be­schäf­tig­ten Kol­le­gen nied­ri­ger ist. Da­durch sol­len vor al­lem Frau­en bes­ser­ge­stellt wer­den, die nach An­ga­ben des Mi­nis­te­ri­ums bei glei­cher Tä­tig­keit struk­tu­rell im­mer noch rund acht Pro­zent we­ni­ger ver­die­nen wür­den als Män­ner.

Kommt bei der ein­ge­for­der­ten Prü­fung ei­ne Un­gleich­be­hand­lung im Ein­zel­fall zum Vor­schein, hät­ten Be­trof­fe­ne die Mög­lich­keit, ei­ne Ge­halts­er­hö­hung zu for­dern oder vor Ge­richt ein­zu­kla­gen. Als Ver­gleichs­grö­ße die­nen die Löh­ne oder Ge­häl- ter von min­des­tens fünf Kol­le­gen des an­de­ren Ge­schlechts. Zu­dem soll das Ver­bot in vie­len Ar­beits­ver­trä­gen ge­stri­chen wer­den, nicht über das Ge­halt spre­chen zu dür­fen.

Schwe­sig sieht vor, das Ge­setz für die rund 6200 deut­schen Be­trie­be mit mehr als 500 Be­schäf­tig­ten und für sämt­li­che Ar­beit­neh­mer in der Bun­des­ver­wal­tung bin­dend zu ma­chen. Knapp elf Mil­lio­nen Be­schäf­tig­te al­lein in der Pri­vat­wirt­schaft wür­den da­von pro­fi­tie­ren, hieß es. Das Ge­setz kön­ne da­zu bei­tra­gen, die struk­tu­rel­le Loh­nun­ge­rech­tig­keit zu be­sei­ti­gen.

Zwar be­ton­te Schwe­sig, sie ha­be mo­na­te­lang mit Ar­beit­ge­bern und Ge­werk­schaf­ten das Vor­ha­ben be­spro­chen. Ein Spa­zier­gang wird die Ge­set­zes­ab­stim­mung mit den Ta­rif­par­tei­en und der Uni­on aber mit Si­cher­heit trotz­dem nicht. Im­mer­hin: Laut ei­ner vom Mi­nis­te­ri­um be­auf­trag­ten Stu­die, wün­schen sich rund 70 Pro­zent der Men­schen mehr Trans­pa­renz beim Ge­halt.

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