Pen­sio­nä­re er­hal­ten vol­len Zu­satz­sold für Flücht­lings­hil­fe

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT -

DÜSSELDORF (rky) Trotz gro­ßer Bit­ten ist es dem Land bis­her nur un­zu­rei­chend ge­lun­gen, pen­sio­nier­te Be­am­te in den Staats­dienst zu­rück­zu­ho­len, um bei der Be­treu­ung oder Re­gis­trie­rung von Flücht­lin­gen zu hel­fen. Dar­um wird es ab 1. Ja­nu­ar ei­ne völ­lig neue Re­ge­lung da­zu ge­ben, wie zu­rück­ge­kehr­te Be­am­te be­sol­det wer­den: Ihr neu­es Ge­halt er­hal­ten sie zu­sätz­lich zur Pen­si­on. Bis­her dür­fen sie nur ei­nen re­la­tiv ge­rin­gen Be­trag hin­zu­ver­die­nen, dar­über hin­aus­ge­hen­des Geld wird mit der Pen­si­on ver­rech­net.

Das An­lie­gen ist so wich­tig, dass es im Eil­ver­fah­ren noch vor Weih­nach­ten als Ge­set­zes­än­de­rung be­schlos­sen wer­den soll. Statt ei­ner for­ma­len An­hö­rung wur­den die Ge­werk­schaf­ten nur um schrift­li­che Stel­lung­nah­men ge­be­ten. Da­bei scheint es kei­ne Be­den­ken zu ge­ben – der Be­am­ten­bund NRW un­ter­stützt das Vor­ha­ben so­gar aus­drück­lich: „Das ist ein ver­nünf­ti­ger Weg, um be­währ­te Kol­le­gen zur Mit­ar­beit zu brin­gen“, sagt Ro­land Stau­de, Chef des Be­am­ten­bun­des NRW. Er schließt aus, dass nun amts­mü­de Be­am­ten für we­nig Ar­beit viel Geld krie­gen: „Das Land wird si­cher be­vor­zugt auf be­son­ders en­ga­gier­te Ex-Kol­le­gen zu­ge­hen.“

In die Schu­len wer­den al­ler­dings nur we­ni­ge oder fast gar kei­ne Leh­rer zu­rück­keh­ren. 2500 Päd­ago­gen wur­den die­ses Jahr zu­sätz­lich ein­ge­stellt, um die er­war­te­ten 40.000 Flücht­lings­kin­der zu un­ter­rich­ten, nächs­tes Jahr sol­len wei­te­re 3200 Leh­rer spe­zi­ell für die­sen Be­darf hin­zu­kom­men – das wä­re mehr als ein Leh­rer auf zehn Flücht­lings­kin­der. Im All­tag wird aber an­ge­strebt, die Flücht­lings­kin­der bald in nor­ma­le Klas­sen zu in­te­grie­ren.

Fast die Hälf­te der zu­sätz­li­chen Löh­ne wird der Staat aber zu­rück­er­hal­ten: Weil Pen­sio­nen voll ver­steu­ert wer­den müs­sen und die Zu­satz­ein­nah­men auch, wer­den vie­le Hin­zu­ver­die­ner ei­nen sehr ho­hen Steu­er­satz hin­neh­men müs­sen.

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