Ka­len­der­blatt 10. De­zem­ber 1948

Rheinische Post Moenchengladbach - - UNTERHALTUNG -

Das Ent­set­zen war groß, als nach dem En­de des Zwei­ten Welt­krie­ges im­mer mehr Ver­bre­chen und Gräu­el­ta­ten der Na­tio­nal­so­zia­lis­ten und ih­rer Ver­bün­de­ten be­kannt wur­den. So stan­den auch die Grün­dung der Ver­ein­ten Na­tio­nen und die Er­klä­rung der All­ge­mei­nen Men­schen­rech­te un­ter dem Ein­druck des Welt­kriegs, der ge­ra­de be­en­det wor­den war. Der Text der Men­schen­rechts­er­klä­rung selbst er­in­nert dar­an, so zum Bei­spiel in der Prä­am­bel, in der es heißt: „da die Nicht­an­er­ken­nung und Ver­ach­tung der Men­schen­rech­te zu Ak­ten der Bar­ba­rei ge­führt hat, die das Ge­wis­sen der Mensch­heit mit Em­pö­rung er­fül­len (…)“. Die All­ge­mei­ne Er­klä­rung der Men­schen­rech­te, die von der Ge­ne­ral­ver­samm­lung der Ver­ein­ten Na­tio­nen am 10. De­zem­ber 1948 ver­ab­schie­det wur­de, um­fasst 30 Ar­ti­kel. Am be­kann­tes­ten ist wohl Ar­ti­kel 1: „Al­le Men­schen sind frei und gleich an Wür­de und Rech­ten ge­bo­ren. Sie sind mit Ver­nunft und Ge­wis­sen be­gabt und sol­len ein­an­der im Geis­te der Brü­der­lich­keit be­geg­nen.“Ar­ti­kel 2 stellt klar, dass al­le fol­gen­den Rech­te für je­den Men­schen gel­ten, un­ab­hän­gig von Haut­far­be, Ge­schlecht, Spra­che oder Re­li­gi­on oder an­de­ren Fak­to­ren. Zum Zeit­punkt, als die Men­schen­rech­te ver­ab­schie­det wur­den, wa­ren 56 Staa­ten in den Ver­ein­ten Na­tio­nen ver­tre­ten. 48 von ih­nen stimm­ten der Er­klä­rung zu, acht ent­hiel­ten sich. Nie­mand lehn­te die auf die­se Wei­se for­mu­lier­ten Rech­te ab.

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