INTERVIEW FRITZ WEP­PER „Mei­ne Toch­ter kommt oh­ne mich klar“

Der Schau­spie­ler ist sehr be­trübt, dass die Rei­he „Mord in bes­ter Ge­sell­schaft“2016 ein­ge­stellt wird.

Rheinische Post Moenchengladbach - - FERNSEHEN - COR­NE­LIA WYSTRICHOWSKI DAS GE­SPRÄCH. FÜHRTE

MÜNCHEN Er zählt zu den po­pu­lärs­ten deut­schen Fern­seh­schau­spie­lern: Fritz Wep­per. Seit 2007 geht der TV-Star in der Kri­mi­rei­he „Mord in bes­ter Ge­sell­schaft“als Psych­ia­ter Wen­de­lin Win­ter auf Gau­ner­jagd. Jetzt ist über­ra­schend das Aus für das For­mat an­ge­kün­digt wor­den: Die Fol­ge mit dem Ti­tel „Bit­te­res Er­be“(heu­te, 20.15 Uhr, ARD) ist die vor­letz­te der Rei­he, kom­men­des Jahr löst Win­ter sei­nen 15. und letz­ten Fall. Es ist auch das En­de des Va­ter-Toch­ter-Er­mitt­ler­ge­spanns: So­phie (34) spiel­te Win­ters ehr­gei­zi­ge Toch­ter Alex­an­dra, die ihm als Jour­na­lis­tin bei sei­nen Fäl­len half. Die Fans wur­den von der Meldung über­rascht, dass Ih­re Kri­mi­rei­he ein­ge­stellt wird … WEP­PER Ich fin­de das sehr scha­de, denn mei­ner Mei­nung nach ha­ben wir mit den ak­tu­el­len Fol­gen ein ho­hes Ni­veau er­reicht, so­wohl in­halt­lich als auch von der Um­set­zung her. Ich bin sehr be­trübt, dass die aus mei­ner Sicht wirk­lich gu­te Rei­he ein­ge­stellt wer­den soll. Ken­nen Sie die Mo­ti­ve des Sen­ders? WEP­PER Die Ver­ant­wort­li­chen wol­len eben auf zu neu­en Ufern, das kann man ja viel­leicht auch ver­ste­hen. Aber ei­ne solch be­währ­te Rei­he könn­te man doch trotz­dem wei­ter­ver­fol­gen. Es ist schließ­lich gar nicht so ein­fach, mit et­was Neu­em ge­nau­so er­folg­reich zu sein. Ih­re Toch­ter So­phie spielt eben­falls ei­ne Haupt­rol­le in der Rei­he, Sie stan­den von der ers­ten Fol­ge an ge­mein­sam vor der Ka­me­ra. Nun sag­te sie, dass sie sich kein wei­te­res Pro­jekt mit Ih­nen wünscht. Wie kommt‘s? WEP­PER Das ist si­cher­lich ih­rem Selbst­be­wusst­sein ge­schul­det. Ich glau­be, dass sie nichts ge­gen „Mord in bes­ter Ge­sell­schaft“hat, weil das For­mat uns bei­den sehr gut ge­fällt. Aber So­phie hat das Zeug, ei­gen­stän­dig und un­ab­hän­gig von ih­rem Pa­pi ih­ren Be­ruf aus­zu­üben. Es war so­wie­so nie mei­ne Ab­sicht, mei­ne Toch­ter zu pro­te­gie­ren, es war die Idee der Pro­du­zen­ten, sie in die Rei­he zu brin­gen. Va­ter und Toch­ter ge­mein­sam, das wol­len die Zu­schau­er eben se­hen. Aber in un­se­rem Be­ruf muss sich letzt­lich je­der sel­ber be­haup­ten, er ver­langt je­dem viel ab, vor al­lem Glaub­wür­dig­keit und schau­spie­le­ri­sches Hand­werk. Wie geht es für Sie jetzt wei­ter? WEP­PER Das kann man noch nicht sa­gen. Es muss erst et­was zu En­de ge­hen, da­mit et­was an­de­res be­gin­nen kann. Ich ha­be ei­ne gro­ße Of­fer­te, und die Pro­duk­ti­ons­fir­ma De­ge­to, die „Mord in bes­ter Ge­sell- schaft“pro­du­ziert, will wei­ter mit mir ar­bei­ten. Das ist kei­ne Kün­di­gung auf ewig, viel­mehr will die De­ge­to die Rei­he ein­stel­len, um an­de­re Din­ge an­ge­hen zu kön­nen. Kä­me es für Sie in Fra­ge, noch ein­mal ei­nen Er­mitt­ler zu spie­len? WEP­PER Bei der Fra­ge schie­len Sie wahr­schein­lich auf „Der­rick“und „Der Kom­mis­sar“. Ich sel­ber ha­be in die­sen bei­den For­ma­ten 350 Mal die Fi­gur Har­ry Klein ge­stal­tet und mit mei­nem Bru­der El­mar 17 Fol­gen der Film­rei­he „Zwei Brü­der“ge­dreht, wo er der Er­mitt­ler war und ich der Staats­an­walt. Es ist aber nicht Sinn mei­nes Be­ru­fes, auf Er­mitt­ler­rol­len fest­ge­legt zu sein. Ich bin of­fen für al­les und will nichts von vorn­her­ein ab­leh­nen. Aber die An­ge­bo­te be­we­gen sich mo­men­tan eher in Rich­tung Ko­mö­die, weil mir das Ko­mö­di­an­ti­sche sehr viel Spaß macht. Es gibt im Fern­se­hen zur­zeit sehr vie­le Kri­mi­for­ma­te. Zu vie­le? WEP­PER Es steht mir nicht zu, in die Kla­ge über die all­ge­mei­ne Krimi-In­fla­ti­on ein­zu­stim­men. Ich sel­ber se­he hin und wie­der Fern­seh­kri­mis. Die Zu­schau­er sit­zen zu Hau­se und dür­fen wie bei ei­nem Fa­mi­li­en­quiz mi­tra­ten, wer der Tä­ter ist – das ist un­ter­halt­sam und span­nend. Die Un­ter­schied­lich­keit der For­ma­te und Kol­le­gen fin­de ich in­ter­es­sant. Ha­ben Sie ei­nen Lieb­lings­kom­mis­sar? WEP­PER Nein. Ich bin da prag­ma­tisch. Ei­ne Rol­le, für die ich mich be­geis­tern könn­te, wä­re der Me­thu­sa­lem, ich ha­be ge­hört, der war meh­re­re hun­dert Jah­re alt … (lacht) Blei­ben Sie denn auch der ARD-Er­folgs­se­rie „Um Him­mels Wil­len“treu? Da spie­len Sie be­reits seit 2002 den schlitz­oh­ri­gen Bür­ger­meis­ter… WEP­PER Ja si­cher! Wenn man über 29 Jah­re ei­nen Ver­trag ein­ge­hal­ten hat wie ich als Har­ry Klein, dann ist das ja gar nichts. Da gibt es noch ei­ni­ge Jah­res­rin­ge, die da­zu­kom­men kön­nen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.