Mit­tä­ter will 1000 Eu­ro an das Ver­ge­wal­ti­gungs­op­fer zah­len

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON INGRID KRÜ­GER

Auch ges­tern muss­ten sich die zwei An­ge­klag­ten (22 und 21 Jah­re alt) we­gen Ver­ge­wal­ti­gung von zwei Frau­en vor der Ers­ten Ju­gend­kam­mer des Mön­chen­glad­ba­cher Land­ge­richts ver­ant­wor­ten. Der 22-jäh­ri­ge Haupt­tä­ter soll im Mai 2012 auf ei­nem Spiel­platz in Hückelhoven ei­ne jun­ge Frau zum Wod­kat­rin­ken ge­zwun­gen und sich an­schlie­ßend an der Frau ver­gan­gen ha­ben. Und im Au­gust 2013 sol­len bei­de An­ge­klag­te in ei­nem Awo-Wohn­heim in Hückelhoven ei­ne Be­woh­ne­rin zum Oral­ver­kehr ge­nö­tigt ha­ben.

Der äl­te­re Haupt­an­ge­klag­te soll da­mals an­schlie­ßend die Gast­ge­be­rin zum Ge­schlechts­ver­kehr ge­zwun­gen ha­ben. Ein Mit­be­woh­ner aus dem Haus hat­te da­mals die Hil­fe­schreie des Op­fers ge­hört und so­fort re­agiert. Er hat­te die Po­li­zei in­for­miert, die nur noch den 22-Jäh­ri­gen in der Woh­nung an­traf. Bei der Po­li­zei hat­ten die Hü­ckel­ho­ve­ner von ein­ver­nehm­li­chen Sex ge­spro­chen. Al­ler­dings hat­ten die Op­fer be­reits am ers­ten Pro­zess­tag die An­ge­klag­ten be­las­tet und als Ver­ge­wal­ti­ger be­zeich­net.

Ges­tern hat­te sich al­ler­dings der jün­ge­re Mit­an­ge­klag­te, der nur an ei­ner Tat be­tei­ligt ist, zu ei­nem Ver­gleich be­reit er­klärt . Er ist mit der For­de­rung der Ne­ben­klä­ge­rin ein­ver­stan­den und zahlt an das Op­fer im Awo-Wohn­heim ein Schmer­zens­geld in Hö­he von 1000 Eu­ro. Ges­tern ver­las der Vor­sit­zen­de der Ers­ten Ju­gend­kam­mer die Vor­stra­fen­re­gis­ter der Hü­ckel­ho­ve­ner. Da­nach war klar dass die Män­ner nicht zum ers­ten Mal auf ei­ner An­kla­ge­bank Platz neh­men muss­ten. Sie wa­ren mehr­fach vor­be­las­tet.

Die Be­weis­an­trä­ge der Ver­tei­di­ge­rin des Haupt­tä­ters, wei­te­re Zeu­gen zu la­den und neue Glaub­wür­dig­keits­gut­ach­ten von den Op­fern er­stat­ten zu las­sen, lehn­te das Ge­richt fast al­le ab. Nur die Mut­ter der jun­gen Frau, an der sich der 22-Jäh­ri­ge am Spiel­platz mit­ten im Ort ver­grif­fen hat­te, soll­te als Zeu­gin ge­hört wer­den. Die Toch­ter ha­be sich ihr ei­nen Tag nach der An­zei­ge bei der Po­li­zei an­ver­traut, so die Zeu­gin. Zu­erst hat­te die jun­ge Frau ge­sagt: „Ich er­zähl dir das lie­ber mor­gen. Dann hat sie bit­ter­lich ge­weint und er­klärt: „Ei­ner hat was mit mir ge­macht, ei­ner auf dem Spiel­platz“.

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