Leverkusen ver­passt das Ach­tel­fi­na­le

Nach dem 1:1 ge­gen den FC Barcelona und der Punk­te­tei­lung von Rom und Ba­rys­sau spielt Bay­er in der Eu­ro­pa Le­ague.

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT - VON STEFANIE SANDMEIER

LEVERKUSEN Viel wur­de im Um­feld der BayA­re­na die­ser Ta­ge über Wun­der ge­spro­chen. Das klang sehr hoch­tra­bend – wo es doch um Sport geht, drück­te aber die bei­na­he aus­sichts­lo­se Auf­ga­be aus, die Bay­er Leverkusen ges­tern Abend zu be­wäl­ti­gen hat­te. Nur ein Sieg ge­gen den FC Barcelona hät­te der Werks­elf über­haupt die Chan­ce of­fen ge­hal­ten, in der Cham­pi­ons Le­ague zu über­win­tern. Über­dies war man auf Hil­fe an­ge­wie­sen. Viel Theo­rie vor so ei­nem wich­ti­gen Spiel – weil die Le­ver­ku­se­ner ge­gen das Star­ensem­ble aus Spa­ni­en, das ges­tern al­ler­dings ei­ne bes­se­re B-Elf auf den Ra­sen schick­te, aber nicht über ein 1:1 (1:1) hin­aus ka­men, blieb die Über­ra­schung aus. Das ist um­so är­ger­li­cher, weil sich der AS Rom und Bate Bo­ris­sow eben­falls nur un­ent­schie­den trenn­ten.

So bleibt die Eu­ro­pa Le­ague – was an­ge­sichts der Zie­le, die Bay­er sich für die­se Sai­son steck­te, zwar nur ein klei­ner Trost­preis ist. Der Mann­schaft aber könn­te die Vor­stel­lung Auf­trieb für die nächs­ten Auf­ga­ben in der Li­ga ge­ben, wo sie als Ach­ter bis­her hin­ter den An­sprü­chen hin­ter­her­hinkt.

Die Le­ver­ku­se­ner hat­ten sich zum Ziel ge­setzt, am liebs­ten nicht nach Rom schau­en zu müs­sen. Mit ei­nem Sieg ge­gen Barcelona in Vor­la­ge tre­ten und dann schau­en, was die Geg­ner ma­chen, war der Plan. Selbst­be­wusst woll­te die Werks­elf auch die­ses Mal ge­gen Barcelona zu Wer­ke ge­hen, das be­reits qua­li­fi­ziert fürs Ach­tel­fi­na­le war. Trai­ner Lu­is En­ri­gue schon­te des­halb vie­le Stars. Von den elf Pro­fis, die in Va­len­cia 1:1 ge­spielt hat­ten, be­gan­nen le­dig­lich Jor­di Al­ba, Ra­ki­tic und Mes­si.

Und das merk­te man der Mann­schaft auch an – wenn­gleich das die Le­ver­ku­se­ner Leis­tung nicht schmä­lern soll. Ro­ger Schmidt hat­te sein Team ge­gen­über der Nie­der­la­ge in Ber­lin auf drei Po­si­tio­nen ver­än­dert. Er schick­te Hil­bert, Wen­dell und den zu­letzt in die Kri­tik ge­ra­te- nen Cal­ha­nog­lu aufs Feld, der sich als ei­ner der Mo­to­ren im Le­ver­ku­se­ner An­griffs­spiel her­aus­kris­tal­li­sier­te. Dass Bay­er 04 in der An­fangs­vier­tel­stun­de die Spiel be­stim­men­de Mann­schaft war, lag auch an dem Mit­tel­feld­spie­ler, der im Zu­sam­men­spiel mit Ke­vin Kampl und Ka­rim Bel­la­ra­bi für viel Be­we­gung sorg­te. Sein Frei­stoß in der 12. Mi­nu­te, den der ehe­ma­li­ge Mön­chen­glad­ba­cher Marc-An­dré ter Ste­gen im Tor der Spa­nier pa­rier­te, war der ers­te Warn­schuss, der si­gna­li­sie­ren soll­te, dass Leverkusen durch­aus an sei­ne Chan­ce glaub­te. Bay­er ließ den Ball lau­fen, Bar­ca blieb ab­war­tend.

Was die­se Mann­schaft aus­zeich­net, ist aber vor al­lem ein Mann: Lio­nel Mes­si – um den man sich ge­ra­de Sor­gen ma­chen woll­te, dass es ihm zu kühl wer­den könn­te. 20 Mi­nu­ten war der Ar­gen­ti­ni­er kaum zu se­hen, bis ihn Ivan Ra­ki­tic mit ei­nem Pass in die Tie­fe frei auf das Tor von Bernd Le­no zu­lau­fen ließ. Mes­si ließ den Tor­wart ein­fach ste­hen.

Die Ant­wort aufs 0:1 ließ aber nicht lan­ge auf sich war­ten. Leverkusen spiel­te mu­tig wei­ter – und hat der­zeit in Ja­vier „Chicha­ri­to“Her- nán­dez ei­nen Stür­mer in sei­nen Rei­hen, auf den Ver­lass ist. Nach Zu­sam­men­spiel mit Ad­mir Meh­me­di und Cal­ha­nog­lu voll­streck­te der Me­xi­ka­ner und hielt sein Team mit sei­nem 14. Pflicht­spiel­tor im Ren­nen, das auch nach der Pau­se wei­ter drück­te. Der Sieg war mög­lich und wä­re so­gar ver­dient ge­we­sen – wenn Bay­er nicht so sträf­lich und leicht­fer­tig mit sei­nen Chan­cen um­ge­gan­gen wä­re. Zu­erst Cal­ha­nog­lu, dann Bel­la­ra­bi (60.), Ste­fan Kieß­ling und kurz vor Schluss Chicha­ri­to hat­ten bes­te Chan­cen, tat­säch­lich die Über­ra­schung zu schaf­fen.

FOTO: IMAGO

Auf­merk­sa­me Weg­be­glei­ter: Die Le­ver­ku­se­ner Kampl, Cal­ha­nog­lu und Wen­dell im Vier­kampf mit Mes­si.

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