Gro­ße Ko­ali­ti­on – klei­nes Ka­ro

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON MICHA­EL BRÖ­CKER

Die gro­ße Ko­ali­ti­on kön­ne auch Gro­ßes an­pa­cken, hat­te Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel im Herbst 2013 ver­spro­chen. Es stimmt nicht. Heil­los zer­strit­ten, tak­ti­sche Spiel­chen auf bei­den Sei­ten. In der Flücht­lings­po­li­tik be­neh­men sich Uni­on und SPD wie die Kin­der im Sand­kas­ten. Wer hat­te das Förm­chen zu­erst? Da­bei braucht die­ses Land ge­ra­de jetzt ei­ne gro­ße Ko­ali­ti­on. Die Flücht­lings­fra­ge, die ja ei­ne In­te­gra­ti­ons­fra­ge ist, ist iden­ti­täts­stif­tend. Mit wem wol­len wir wie in die­sem Land le­ben? Und wo­her soll un­ser Wohl­stand kom­men? Da­zu be­darf es ei­nes Plans.

Wenn wir nicht ein­mal die Re­gis­trie­rung der Flücht­lin­ge hin­be­kom­men und nach Mo­na­ten des Cha­os erst­mals über die län­der- und be­hör­den­über­grei­fen­de Ver­zah­nung von Da­ten spre­chen, wie wol­len wir dann die Ta­len­te der Zu­wan­de­rer er­ken­nen und ge­zielt ein­set­zen? Wie brin­gen wir Tau­sen­de An­alpha­be­ten in ei­ne Gr­und­aus­bil­dung? Wo sind die Plät­ze für be­rufs­be­glei­ten­de Sprach­kur­se? Und: Be­hör­den und Hel­fer, Schu­len und Leh­rer brau­chen ei­ne Atem­pau­se. Uni­on und SPD müs­sen sich rasch be­sin­nen und ei­ni­gen. Das geht auch in Zei­ten von Par­tei­ta­gen. Sonst wird die­ses Staats­ver­sa­gen in ei­ne dau­er­haf­te Staats­skep­sis mün­den. BE­RICHT

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