Do­brindt strei­tet mit Grü­nen über Tem­po 120 im Sü­den

Rheinische Post Moenchengladbach - - POLITIK -

BER­LIN (mar) Zwi­schen der grün-ro­ten Lan­des­re­gie­rung Ba­den-Würt­tem­bergs und Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Alex­an­der Do­brindt (CSU) ist ein Streit über ein ge­plan­tes Tem­po­li­mit von 120 Ki­lo­me­tern pro St­un­de auf zwei Au­to­bahn-Ab­schnit­ten im Süd­wes­ten ent­brannt. Lan­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Win­fried Her­mann (Grüne) wies die schrift­li­che Auf­for­de­rung Do­brindts zu­rück, den Mo­dell­ver­such zu stop­pen. „Wir bie­ten Mi­nis­ter Do­brindt an, fach­li­che Ge­sprä­che mit uns zu füh­ren, um den Mo­dell­ver­such zu er­läu­tern und un­se­re Rechts­auf­fas­sung zu klä­ren“, sag­te Her­mann un­se­rer Re­dak­ti­on. „Au­ßer­dem ru­fe ich Mi­nis­ter Do­brindt auf, nicht mit nicht nach­voll­zieh­ba­ren Wei­sun­gen zu dro­hen.“

Her­mann will ent­lang ei­ner Stre­cke von 32 Ki­lo­me­tern auf der A81 zwi­schen Kreuz He­gau und Bad Dür­rheim so­wie auf 48 Ki­lo­me­tern auf der A96 zwi­schen Ach­berg und Ai­trach im All­gäu das Tem­po­li­mit 120 ein­füh­ren – um zu un­ter­su­chen, ob da­durch die Zahl der Un­fall­op­fer sinkt. Er be­ruft sich auf die Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung. Da­nach könn­ten die Ver­kehrs­be­hör­den der Län­der „zur Er­for­schung des Un­fall­ge­sche­hens“die Stra­ßen­be­nut­zung be­schrän­ken. Ge­schwin­dig­keits­be­schrän­kun­gen gibt es bun­des­weit bis­her auf 40 Pro­zent der Au­to­bahn­stre­cken, in NRW auf ei­nem Drit­tel der 2200 Au­to­bahn-Ki­lo­me­ter.

Do­brindt da­ge­gen ist der Auf­fas­sung, nur der Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter sei be­fugt, Tem­po­li­mits auf Bun­des­au­to­bah­nen zu ver­hän­gen. Al­ler­dings hat­te sein Staats­se­kre­tär Nor­bert Barth­le (CDU) im März in ei­nem Schrei­ben be­tont, die Durch­füh­rung der Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung sei „aus­schließ­lich Sa­che der Län­der“.

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