Bür­ger­meis­te­rin aus Wit­ten soll in der SPD blei­ben

Rheinische Post Moenchengladbach - - POLITIK -

DÜSSELDORF (kib) Das Städt­chen Wit­ten im Ruhr­ge­biet ist für die SPD ei­ne fes­te Bank. Seit Jahr­zehn­ten re­gie­ren die So­zi­al­de­mo­kra­ten das Rat­haus, und das soll nach dem Wil­len der Wäh­ler auch so blei­ben. Mit knapp 64 Pro­zent der Stim­men ge­wann Amts­in­ha­be­rin Sonja Lei­de­mann er­neut die Bür­ger­meis­ter­wahl. Zur Freu­de der Ge­nos­sen, soll­te man mei­nen. Doch in die­sem Fall wa­ren sie al­les an­de­re als be­geis­tert. Die SPD hat­te zu­sam­men mit der CDU ei­nen an­de­ren Kan­di­da­ten auf­ge­stellt. Und so kam es, dass Lei­de­mann ge­gen ei­nen Par­tei­freund an­trat.

Was nach Pro­vinz­pos­se klingt, könn­te jetzt bun­des­weit Be­deu­tung er­lan­gen. Am Ran­de des SPD-Par­tei­tags wird vor­aus­sicht­lich die Bun­des­schieds­kom­mis­si­on dar­über ent­schei­den, ob Lei­de­mann in der Par­tei blei­ben kann. Un­te­re In­stan­zen ha­ben ih­ren Aus­schluss aus der SPD be­reits be­für­wor­tet, weil sie der ei­ge­nen Par­tei Kon­kur­renz ge­macht ha­be. Die SPD-Bun­des­schieds­kom­mis­si­on hat nun das letz­te Wort. Wie ver­lau­te­te, dürf­te sie sich aber ge­gen den Par­tei­aus­schluss der Wit­te­ner Bür­ger­meis­te­rin aus­spre­chen. Da­mit könn­te künf­tig je­der in der SPD, der ge­gen ei­nen Par­tei­freund kan­di­diert, dar­auf set­zen, von Kon­se­quen­zen ver­schont zu blei­ben.

In Wit­ten üb­ri­gens hat­te der CDU ein ei­ge­ner Kan­di­dat für das Bür­ger­meis­ter­amt ge­fehlt. Ei­ner, der in Fra­ge kam, war kurz vor der Wahl zu ei­ner Geld­stra­fe ver­ur­teilt wor­den, weil er den Ter­ri­er des Nach­barn er­schos­sen hat­te. Das Ge­richt er­kann­te nicht auf Not­wehr an. Das klingt nun doch nach Pro­vinz­pos­se.

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