Uni wehrt sich ge­gen Mi­nis­te­ri­um

In ei­nem Ar­beits­rechts­streit setz­te sich die Uni Duis­burg-Es­sen durch.

Rheinische Post Moenchengladbach - - PANORAMA -

GEL­SEN­KIR­CHEN (dpa) Die Uni­ver­si­tät Duis­burg-Es­sen hat sich er­folg­reich ge­gen ei­ne An­ord­nung des Wis­sen­schafts­mi­nis­te­ri­ums in ei­nem Ar­beits­rechts­streit ge­wehrt. Die nach ei­nem Schrei­ben an Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Han­ne­lo­re Kraft (SPD) er­gan­ge­ne Wei­sung des Mi­nis­te­ri­ums zur Dau­er ei­nes Ar­beits­ver­tra­ges ist rechts­wid­rig. Dies hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Gel­sen­kir­chen in ei­ner münd­li­chen Ver­hand­lung deut­lich ge­macht. Das Mi­nis­te­ri­um hob im Ge­richt die Wei­sung auf, ein Ur­teil war da­mit un­nö­tig.

In dem Brief hat­te sich die Mut­ter ei­ner Uni-Be­schäf­tig­ten über ei­ne an­geb­lich zu kur­ze Ver­län­ge­rung der be­fris­te­ten An­stel­lung ih­rer Toch­ter be­schwert. Dar­in woll­te sie sich laut Ge­richt auf ei­ne ge­mein­sa­me Zeit mit Kraft in ei­nem Sport­ver­ein in Mül­heim, Krafts Hei­mat­stadt, be­ru­fen. Die Staats­kanz­lei ver­nein­te, dass es sich bei der Frau um ei­ne Freun­din Krafts hand­le. Vor über 30 Jah­ren ha­be man al­ler­dings im sel­ben Ver­ein Hand­ball ge­spielt.

Die Uni hat­te nach An­ga­ben von Ge­richts­spre­cher Kars­ten Her­fort beim ers­ten Kind der Toch­ter nach der El­tern­zeit de­ren Ar­beits­ver­trag groß­zü­gig um zwei Jah­re ver­län­gert. Schon dies sei rechts­wid­rig ge­we­sen, weil nur ei­ne Ver­län­ge­rung um die Dau­er der El­tern­zeit zu­läs­sig ge­we­sen wä­re, sag­te Her­fort. Als die Uni beim zwei­ten Kind den Ver­trag um die Dau­er der El­tern­zeit – acht Mo­na­te und sechs Ta­ge – ver­län­gern woll­te, wand­te sich die Mut­ter an die Staats­kanz­lei und ver­wies auf die Ent­schei­dung beim ers­ten Kind.

Die Staats­kanz­lei lei­te­te den Brief, wie bei sol­chen Bür­ger­an­fra­gen üb­lich, an das Mi­nis­te­ri­um wei­ter. Laut Ge­richt soll dann ein Re­fe­rats­lei­ter des Mi­nis­te­ri­ums beim Kanz­ler der Uni, Rai­ner Am­bro­sy, an­ge­ru­fen ha­ben. Der Ver­trag sol­le er­neut um zwei Jah­re ver­län­gert wer­den, ha­be der Re­fe­rats­lei­ter ge­for­dert. Spä­ter er­ging ei­ne schrift­li­che Wei­sung an die Uni­ver­si­tät, ge­gen die die Hoch­schu­le dann klag­te.

Mi­nis­te­ri­ums­spre­cher Her­mann Lam­ber­ty be­stritt, dass Druck aus­ge­übt wur­de. Auch die Uni­ver­si­tät Duis­burg-Es­sen be­ton­te, dass es „kei­ne un­zu­läs­si­ge Ein­fluss­nah­me“ge­ge­ben ha­be. We­der die Mi­nis­ter­prä­si­den­tin noch die Wis­sen­schafts­mi­nis­te­rin hät­ten die Ent­schei­dung der Uni­ver­si­tät be­züg­lich der Ver­län­ge­rung des Ar­beits­ver­trags be­ein­flusst, er­klär­te UniKanz­ler Am­bro­sy. Es ha­be in dem Fall nur un­ter­schied­li­che Rechts­auf­fas­sun­gen ge­ge­ben.

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