Ge­werk­schaft stellt Bahn Be­din­gun­gen

Am Mitt­woch wird der Auf­sichts­rat Be­schlüs­se zur Re­form des Kon­zerns fas­sen.

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT - VON MAXIMILIAN PLÜCK

DÜSSELDORF Bei der Deut­schen Bahn steigt die An­span­nung. Am kom­men­den Mitt­woch wird Kon­zern­chef Rü­di­ger Gru­be dem Auf­sichts­rat sei­ne Plä­ne für den ra­di­ka­len Kon­zern­um­bau prä­sen­tie­ren. Vor­ab war be­reits durch­ge­si­ckert, dass die Bahn erst­mals ei­nen Mil­li­ar­den­ver­lust ein­fah­ren wird. Auch kur­sier­ten Plan­zah­len, wo­nach es bei der Gü­ter­ver­kehr­s­toch­ter Schen­ker Tau­sen­de Stel­len weg­fal­len könn­ten.

Der Chef der Ei­sen­bahn- und Ver­kehrs­ge­werk­schaft (EVG) und Vi­zeAuf­sichts­rats­chef, Alex­an­der Kirch­ner, sag­te un­se­rer Re­dak­ti­on: „Heu­te zeigt sich, wie gut und vor­aus­schau­end es war, dass wir ei­nen Ta­rif­ver- trag mit der DB AG ab­ge­schlos­sen ha­ben, der be­triebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen schon nach zwei Jah­ren Be­triebs­zu­ge­hö­rig­keit ver­hin­dert.“Die­ser Ver­trag gel­te für die meis­ten EVG-Mit­glie­der, die bei der Bahn be­schäf­tigt sei­en. „Und auf des­sen Ein­hal­tung wer­den wir po­chen.“Da­ne­ben ge­be es aber noch ei­ne gan­ze Rei­he an Bau­stel­len, mit de­nen man sich be­schäf­ti­gen müs­sen, so der EVG-Chef. Ab­schlie­ßen­de Ent­schei­dun­gen er­war­tet er für das Tref­fen am 16. De­zem­ber nicht.

Da­bei sei die Er­war­tungs­hal­tung an Vor­stand und Auf­sichts­rat hoch, sag­te der Chef des Kon­zern­be­triebs­rats, Jens Schwarz. Die Un­ru­he sei groß, denn vie­le Kol­le­gen bang­ten um ih­ren Ar­beits­platz. Der Be­triebs- rats­chef, der wie Kirch­ner Mit­glied des Kon­troll­gre­mi­ums ist, mach­te klar: „Wir wol­len auf kei­nen Fall ei­ne Ab­sen­kung der Ta­rif- und So­zi­al­stan­dards. Wir er­war­ten nach wie vor, dass mehr Verkehr auf die Schie­ne kommt – das muss die ge­ne­rel­le Ziel­stel­lung sein.“Da­für müs­se es ana­log zu den Kon­zep­ten, die es schon im Fern­ver­kehr ge­be, auch ei­nen Zu­kunfts­plan für den Gü­ter­ver­kehr ge­ben. „Wir dür­fen kei­nen Schrumpf­kurs fah­ren, son­dern be­nö­ti­gen ein kla­res Wachs­tums­kon­zept.“

EVG-Chef Kirch­ner as­sis­tier­te: „Der Schie­nen­gü­ter­ver­kehr muss sei­ner Rol­le als Rück­grat für den Wa­ren­ver­kehr wei­ter­hin ge­recht wer­den. Des­halb er­war­ten wir vom Ei- gen­tü­mer ein ent­spre­chen­des Si­gnal.“Die Be­nach­tei­li­gun­gen der Schie­ne – et­wa durch die Ab­sen­kung Lkw-Maut oder Mehr­be­las­tung durch die EEG-Um­la­ge – müss­ten be­sei­tigt wer­den.

Be­triebs­rats­chef Schwarz wies zu­dem noch auf wei­te­re Bau­stel­len hin: „Wir wer­den es nicht mit­tra­gen, dass es im Re­gio-Verkehr meh­re­re un­ter­schied­li­che, bahn­ei­ge­ne Ge­sell­schaf­ten ge­ben soll, um dort Nied­rig­löh­ne durch­zu­set­zen.“Auch bei Werk­ver­trä­gen und Leih­ar­beit dür­fe es kei­ne zu­neh­men­de Aus­wei­tung ge­ben. „Wenn man Qua­li­tät er­zeu­gen will, dann muss man das mit der ei­ge­nen Mann­schaft ma­chen. Das wird nicht mit Leih­ar­bei­tern ge­lin­gen“, sag­te Schwarz.

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