Uni­on lehnt Ge­setz zur Lohn­gleich­heit für Frau­en ab

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT - VON BIRGIT MARSCHALL

BER­LIN Die Uni­ons­frak­ti­on hat das Bun­des­kanz­ler­amt auf­ge­for­dert, den Ge­setz­ent­wurf von Fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Ma­nue­la Schwe­sig (SPD) zur Be­sei­ti­gung der Lohn­un­ter­schie­de zwi­schen Män­nern und Frau­en zu stop­pen. „Wir er­war­ten, dass das Bun­des­kanz­ler­amt den Ge­setz­ent­wurf an­hält“, sag­te Uni­ons­frak­ti­ons­vi­ze Micha­el Fuchs (CDU) un­se­rer Zei­tung. „Wir kön­nen nicht ei­ner­seits Bü­ro­kra­tie­kos­ten in Mil­lio­nen­hö­he aus­lö­sen und an­de­rer­seits von den Un­ter­neh­men ver­lan­gen, kei­ne Kos­ten und Mü­hen zu scheu­en, um Flücht­lin­ge schnell in den Ar­beits­markt zu in­te­grie­ren.“

Frau­en ver­die­nen im Durch­schnitt 22 Pro­zent we­ni­ger als Män­ner. Rech­net man be­stimm­te Fak­to­ren her­aus, et­wa dass Frau­en häu­fi­ger Teil­zeit ar­bei­ten und dort ge­rin­ge­re St­un­den­löh­ne er­hal­ten, bleibt im­mer noch ei­ne struk­tu­rel­le Ge­halts­lü­cke von acht Pro­zent.

Schwe­sigs Ge­setz soll hel­fen, die­se Lü­cke zu be­sei­ti­gen. Es sieht vor, dass Ar­beit­neh­mer künf­tig ei­nen An­spruch dar­auf ha­ben sol­len, von ih­ren Ar­beit­ge­bern In­for­ma­tio­nen über die Be­zah­lung von Kol­le­gen zu er­hal­ten, die ei­ne gleich­wer­ti­ge Tä­tig­keit aus­üben. Der Ar­beit­ge­ber soll in­ner­halb ei­nes Mo­nats an­ge­ben müs­sen, wie hoch das durch­schnitt­li­che Mo­nats­ge­halt von min­des­tens fünf Be­schäf­tig­ten in ver­gleich­ba­ren Po­si­tio­nen ist.

Die rund 6000 Un­ter­neh­men mit mehr als 500 Be­schäf­tig­ten will Schwe­sig zu­dem ver­pflich­ten, „be­trieb­li­che Ver­fah­ren zur Über­prü­fung und Her­stel­lung der Ent­gelt­gleich­heit durch­zu­füh­ren“. Kon­kret be­deu­tet dies, dass die Un­ter­neh­men al­le drei Jah­re ih­re Ent­gelt­sys­te­me selbst auf Ent­gelt­gleich­heit über­prü­fen und ei­nen Er­geb­nis­be­richt ver­öf­fent­li­chen sol­len. Be­nach­tei­li­gun­gen sol­len „un­ver­züg­lich“be­sei­tigt wer­den.

Die Uni­on sei nicht prin­zi­pi­ell ge­gen Lohn­ge­rech­tig­keit, sag­te Fuchs. Doch „schon das zwei­te Mal müs­sen wir ei­ne SPD-Mi­nis­te­rin brem­sen, weil sie mit ei­nem Vor­schlag weit über den Ko­ali­ti­ons­ver­trag hin­aus­schießt“, sag­te er. Schwe­sig wol­le den Un­ter­neh­men „ei­ne gi­gan­ti­sche Ent­gelt­gleich­heits-Bü­ro­kra­tie auf­bür­den“. Die Ta­rif­part­ner wür­den „mit dem Ge­setz­ent­wurf, der ih­nen ja im­pli­zit Un­fä­hig­keit in Sa­chen fai­rer Ent­loh­nung un­ter­stellt, völ­lig vor den Kopf ge­sto­ßen“.

„Die Ta­rif­part­ner wer­den völ­lig vor den

Kopf ge­sto­ßen“

Micha­el Fuchs Stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der der

CDU/CSU-Bun­des­tags­frak­ti­on

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