Tui stei­gert trotz Preis­kampf bei Rei­sen den Ge­winn

Tu­ne­si­en-An­schlag kos­te­te 52 Mil­lio­nen Eu­ro. Um mehr zu ver­die­nen, will der Vor­stand das Online-Ge­schäft aus­bau­en.

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT - VON REIN­HARD KO­WA­LEW­SKY

HAN­NO­VER/LON­DON Trotz Wirt­schafts­flau­te in vie­len Län­dern Eu­ro­pas und trotz Ter­ror­an­schlä­gen hat Tui als größ­ter Tou­ris­mus­kon­zern des Kon­ti­nents ein so gu­tes Er­geb­nis wie noch nie er­reicht. Dies ver­kün­de­te Vor­stands­chef Fritz Jous­sen ges­tern bei der Vor­la­ge der Bi­lanz. „Wir ha­ben das er­folg­reichs­te Jahr der Fir­men­ge­schich­te hin­ge­legt“, er­klär­te Jous­sen. Das ope­ra­ti­ve Er­geb­nis (Ebit­da) stieg um rund 15 Pro­zent auf erst­mals mehr als ei­ne Mil­li­ar­de Eu­ro.

Jous­sen, der bis 2012 in Düsseldorf Vo­da­fo­ne-Deutsch­land lei­te­te, kann da­mit auf ei­ne bis­her äu­ßerst er­folg­rei­che Amts­zeit zu­rück­bli- cken. Der Ak­ti­en­kurs des aus Lon­don und Han­no­ver ge­führ­ten Kon­zerns hat sich von fünf Eu­ro pro Pa­pier auf 15 Eu­ro er­höht, das ge­sam­te Un­ter­neh­men ist mit mitt­ler­wei­le neun Mil­li­ar­den Eu­ro mehr wert als die Luft­han­sa mit nur sechs Mil­li­ar­den Eu­ro.

Die Kos­ten in Fol­ge des An­schlags auf ein Ho­tel in Tu­ne­si­en, wo im Ju­ni 33 Tui-Ur­lau­ber star­ben, be­zif­fer­te Tui auf 52 Mil­lio­nen Eu­ro. Der Kon­zern kön­ne fle­xi­bel auf Si­cher­heits­ri­si­ken re­agie­ren. „Die Leu­te wol­len schon Ur­laub ma­chen, die fah­ren dann halt wo­an­ders hin“, sag­te Jous­sen.

Aus­ge­rech­net im Hei­mat­markt Deutsch­land muss Tui aber mit ei­nem spe­zi­el­len Pro­blem kämp­fen: Weil die Bür­ger ih­re Rei­sen weit mehr als in an­de­ren Län­dern über Rei­se­bü­ros bu­chen, bleibt Tui we­ni­ger Ge­winn als mög­lich. Auch der har­te Wettbewerb mit Kon­kur­ren­ten wie All­tours drückt auf die Mar­gen.

Jetzt will Ver­triebs­pro­fi Jous­sen den für die Fir­ma preis­güns­ti­ge­ren Online-Ver­trieb stär­ken – setzt aber gleich­zei­tig wei­ter auf ei­ne en­ge Ko­ope­ra­ti­on mit den Rei­se­bü­ros. Da­mit das klappt, will der Vor­stand mehr Geld in die Pfle­ge ei­nes gu­ten Mar­ken­images in­ves­tie­ren.

Der ge­sam­te Kon­zern­um­satz konn­te bis En­de Sep­tem­ber um acht Pro­zent auf 20,01 Mil­li­ar­den Eu­ro ver­bes­sert wer­den. Die­ses Ge­schäfts­jahr soll ein Plus von drei Pro­zent her­aus­kom­men. Ins­ge­samt ar­bei­ten im Kon­zern nach der Fu­si­on der deut­schen Tui mit dem bri­ti­schen Ab­le­ger 76.000 Mit­ar­bei­ter in 130 Län­dern.

Das größ­te Wachs­tum will Jous­sen künf­tig mit Kreuz­fahr­ten so­wie an­spruchs­vol­len Ho­tel­über­nach­tun­gen er­wirt­schaf­ten.

Ein sehr schnel­ler Aus­stieg bei Ha­pag-Lloyd nach dem jüngs­ten Bör­sen­gang der Con­tai­ner-Ree­de­rei steht nach Jous­sens Wor­ten nicht be­vor. Er hal­te den Bör­sen­kurs von 20 Eu­ro nicht für at­trak­tiv. „Da­für wird nicht ver­kauft.“Tui hält 12,3 Pro­zent an dem Ham­bur­ger Un­ter­neh­men und hat auf sei­nen An­teil ei­ne Wert­be­rich­ti­gung von 147 Mil­lio­nen Eu­ro vor­ge­nom­men.

FOTO: DPA

Tui be­treibt 136 ei­ge­ne Jets.

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