Krings kri­ti­siert NRW-Asyl­po­li­tik

Der In­nen-Staats­se­kre­tär spricht vor Un­ter­neh­mern über die Flücht­lings­kri­se.

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT - VON KLAS LIBUDA

DÜSSELDORF Der Par­la­men­ta­ri­sche Staats­se­kre­tär beim Bun­des­in­nen­mi­nis­ter, Gün­ter Krings (CDU), hat die rot-grüne NRW-Lan­des­re­gie­rung für ih­re Flücht­lings­po­li­tik kri­ti­siert. Das Land müs­se drin­gend über­den­ken, ob es wei­ter­hin Ab­schie­bun­gen von ab­ge­lehn­ten Asyl­be­wer­bern an­kün­di­gen wol­le, sag­te er beim Un­ter­neh­mer­tag der Lan­des­ver­ei­ni­gung der Un­ter­neh­mer­ver­bän­de NRW in Düsseldorf. Beim Ziel, die Asyl­ver­fah­ren zu be­schleu­ni­gen, ma­che sich das Land an­dern­falls nicht zum Teil der Lö­sung, son­dern zum Teil des Pro­blems.

Krings sprach an­stel­le von Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re (CDU), der zu ei­ner Mi­nis­ter­kon­fe­renz nach Lon­don rei­sen muss­te. Den Vor­wurf, dass aus­schließ­lich der Bund für die Pro­ble­me in der Flücht­lings­po­li­tik ver­ant­wort­lich sei, wies er zu­rück. „Man­che Kri­tik soll auch von ei­ge­nen Feh­lern ab­len­ken“, sag­te er in Rich­tung der Lan­des­po­li­tik. Zum ei­nen ha­be NRW beim Ma­nage­ment der Flücht­lings­un­ter­künf­te Nach­hol­be­darf, zum an­de­ren sei es um die Ver­tei­lung von Gel­dern an die Kom­mu­nen nicht zum Bes­ten be­stellt. Höchs­te Prio­ri­tät ha­be zur­zeit aber die Be­schleu­ni­gung der Asyl­ver­fah­ren, sag­te Krings. Auch da sei NRW Gün­ter Krings Staats­se­kre­tär ge­fragt: „Die Rück­füh­rung schei­tert nicht so sehr am Bund und an zu lan­gen Ver­fah­ren.“

„Asyl ist und bleibt ein Grund­recht“, sag­te Horst-Wer­ner Mai­erHun­ke, Prä­si­dent von Un­ter­neh­mer NRW. Um sich an der In­te­gra­ti­on der Flücht­lin­ge be­tei­li­gen zu kön­nen, be­nö­ti­ge die Wirt­schaft aber Rechts­si­cher­heit für die Be­trie­be, die Flücht­lin­ge auf­neh­men wol­len. „Deutsch­land wird die Her­aus­for- de­run­gen nur dann be­wäl­ti­gen kön­nen, wenn un­se­re Wirt­schaft stark bleibt“, sag­te Mai­er-Hun­ke. Zu­dem gel­te es, die Bun­des­wehr und Po­li­zei zu stär­ken. „Oh­ne Si­cher­heit ist al­les an­de­re nichts“, sag­te er.

Bei der Be­kämp­fung des Ter­ro­ris­mus ge­be es kei­ne Tren­nung der In­nen- und Au­ßen­po­li­tik mehr, sag­te der fran­zö­si­sche Ge­ne­ral­kon­sul Vin­cent Mul­ler. In­ne­re und äu­ße­re Si­cher­heit sei­en heu­te zwei Sei­ten ei­ner Me­dail­le, be­kräf­tig­te Gün­ter Krings. „Heu­te er­rei­chen uns die Fol­gen von Kri­sen und Kon­flik­ten un­mit­tel­bar.“Der Bür­ger­krieg im Na­hen Os­ten ha­be di­rek­te Aus­wir­kun­gen auf die Turn­hal­len­be­le­gun­gen in Düsseldorf. Zu­gleich sei das Land Teil ei­nes „welt­wei­ten Ge­fah­ren­raums“. Dass sich der ver­such­te An­schlag auf das Pa­ri­ser Sta­de de Fran­ce aus­ge­rech­net wäh­rend des Fuß­ball-Län­der­spiels zwi­schen der fran­zö­si­schen und der deut­schen Na­tio­nal­mann­schaft er­eig­ne­te, sei kein Zu­fall ge­we­sen. „Deutsch­land steht im Fa­den­kreuz des is­la­mis­ti­schen Ter­ro­ris­mus“, sag­te Krings.

„Heu­te er­rei­chen uns die Fol­gen von Kri­sen und Kon­flik­ten un­mit­tel­bar“

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