Die Lo­gis­tik­dreh­schei­be am Rhein: Der Duis­bur­ger Ha­fen

Der Duis­bur­ger Ha­fen (dui­sport) hat sich im Lau­fe der Jahr­hun­der­te zum größ­ten Con­tainer­bin­nen­ha­fen der Welt und zu ei­ner der füh­ren­den Lo­gis­tik­dreh­schei­ben zwi­schen Eu­ro­pa und Asi­en ent­wi­ckelt.

Rheinische Post Moenchengladbach - - UNTERHALTUNG - VON NOR­BERT OP­FER­MANN

Im Ran­king ei­ner eng­li­schen Fach­zeit­schrift wird der Duis­bur­ger Ha­fen ak­tu­ell mit ei­nem Con­tai­ner­um­schlag von 3,4 Mil­lio­nen Con­tai­ner-Ein­hei­ten auf Rang 41 ge­führt. Da­mit liegt dui­sport vor eu­ro­päi­schen Hä­fen wie Le Hav­re (2,6 Mil­lio­nen), Barcelona (1,9 Mil­lio­nen) und Mar­seil­le (1,2 Mil- lio­nen) so­wie vor US-ame­ri­ka­ni­schen Hä­fen wie Hous­ton und Mia­mi. „Als ein­zi­ger Bin­nen­ha­fen un­ter den Top-100Con­tai­ner­hä­fen un­ter­streicht dui­sport da­mit sei­ne Po­si­ti­on als welt­größ­ter Con­tai­ner­um­schlag­platz im Hin­ter­land“, un­ter­streicht Erich Staa­ke, Vor­stands­vor­sit­zen­der der Duis­bur­ger Ha­fen AG (dui­sport).

Dach­ge­sell­schaft des Duis­bur­ger Ha­fens ist die Duis­bur­ger Ha­fen AG, die seit dem Jahr 2001 un­ter dem La­bel dui­sport agiert. Das dui­sport-Are­al geht längst über das ur­sprüng­li­che Ruhr­or­ter Kern­ge­biet hin­aus, neun gro­ße Con­tai­ner-Ter­mi­nals fin­det man an ver­schie­de­nen Stand­or­ten im Ha­fen­ge­biet, al­lein drei da­von auf dem ehe­ma­li­gen Krupp-Ge­län­de in Rhein­hau­sen. Auf der 2,65 Mil- lio­nen Qua­drat­me­ter gro­ßen Flä­che ha­ben sich in­zwi­schen 50 in­ter­na­tio­nal ope­rie­ren­de Lo­gis­tik­fir­men an­ge­sie­delt, im ge­sam­ten Ha­fen­ge­biet sind es über 300. Lo­gis­ti­sches Herz­stück des „log­port“-Are­als in Rhein­hau­sen sind das „DIT Duis­burg In­ter­mo­dal Ter­mi­nal“und das „D3T Duis­burg Tri­mo­dal Ter­mi­nal“, es sind Um­schlags­punk­te („Hubs“) zwi­schen Was­ser, Schie­ne und Stra­ße und er­mög­li­chen un­ter an­de­rem Ver­bin­dun­gen zu den Nord­see­hä­fen Rot­ter­dam und Ant­wer­pen. Das Wort „In­ter­mo­dal“be­zie­hungs­wei­se der Be­griff „In­ter­mo­da­li­tät“steht da­bei für den kom­bi­nier­ten Trans­port per Schiff, Bahn und Last­wa­gen.

Mit der Grün­dung des ei­ge­nen Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­mens „dui­sport rail“konn- ten re­gio­na­le Wa­ren­strö­me auf die Schie­ne ver­la­gert wer­den. Das hat den Stand­ort nach­hal­tig ge­stärkt. Al­lein über 25 Bahn­be­trei­ber sind heu­te am Stand­ort ak­tiv. Je­de Wo­che ge­hen vom Duis­bur­ger Ha­fen rund 400 Zü­ge an 80 Ziel­or­te, nach Süd- und Ost­eu­ro­pa, aber auch nach Skan­di­na­vi­en so­wie trans­kon­ti­nen­ta­le Ver­bin­dun­gen nach Asi­en. Täg­lich fährt von log­port aus in­zwi­schen ein Zug nach Chi­na. Auch in die Tür­kei gibt es be­reits über 15 Zug­ver­bin­dun­gen pro Wo­che. Durch die Nut­zung des Mar­ma­rayTun­nels in Istanbul für den Gü­ter­ver­kehr ab 2017 kön­nen dann Wa­ren zwi­schen Asi­en und Eu­ro­pa über den Kau­ka­sus und die zen­tral­asia­ti­schen ehe­ma­li­gen So­wjet­re­pu­bli­ken trans­por­tiert wer­den. „Der Duis­bur­ger Ha­fen hat ei­ne op­ti­ma­le La­ge im Her­zen Eu­ro­pas, ist di­rekt an den Rhein, Eu­ro­pas wich­tigs­te Was­ser­stra­ße, an­ge­bun­den, und liegt in der Nä­he des Düs­sel­dor­fer Flug­ha­fens“, be­ton­te Hong­kongs Fi­nanz­mi­nis­ter John C. Tsang bei sei­nem Be­such des Duis­bur­ger Ha­fens En­de Ok­to­ber mit ei­ner Wirt­schafts­de­le­ga­ti­on aus Hong­kong. Es gibt noch enor­me Ent­wick­lungs­und Ko­ope­ra­ti­ons­mög­lich­kei­ten zwi­schen Hong­kong und Duis­burg. „Als Teil der neu­en

John C. Tsang, Fi­nanz­mi­nis­ter von Hong­kong Sei­den­stra­ße und der di­rek­ten An­bin­dung an chi­ne­si­sche Wirt­schafts­me­tro­po­len ge­winnt Duis­burg auch für asia­ti­sche In­ves­to­ren zu­neh­mend an At­trak­ti­vi­tät“, blickt Ha­fenChef Erich Staa­ke in die Zu­kunft. Im Früh­jahr des ver­gan­ge­nen Jah­res war beim Be­such des chi­ne­si­schen Staats- und Par­tei­chefs Xi Jin­ping auf dem log­port-Ge­län­de die so­ge­nann­te „Neue Sei­den­stra­ße“er­öff­net wor­den. Chi­nas Re­gie­rung will die 2100 Jah­re al­te Sei­den­stra­ße be­le­ben und hat ei­ne Zug­stre­cke ge­baut, die von Yi­wu, ei­ner Stadt an der Ost­küs­te Chi­nas, bis nach Ma­drid in Spa­ni­en führt.

Der wach­sen­de Han­del wirkt sich auch po­si­tiv auf die Jobs und den Mit­tel­stand in der Re­gi­on aus. Der Ha­fen­stand­ort hat be­reits vie­le Un­ter­neh­men an den Rhein ge­lockt. Heu­te wer­den von Duis­burg aus al­le Par­fü­me­ri­en in Deutsch­land mit Lip­pen­stif­ten oder Lo­tio­nen des ja­pa­ni­schen Lu­xus­kos­me­tik­her­stel­lers Shisei­do be­lie­fert, Da­no­ne füllt hier für den deut­schen Markt sei­ne Mi­ne­ral­wäs­ser der Mar­ken Vol­vic und Evi­an in Fla­schen, und auch für vie­le an­de­re Han­delsund Kon­sum­gü­ter ist dui­sport das Ver­teil­zen­trum in Eu­ro­pa. Über 40.000 Ar­beits­plät­ze hän­gen ins­ge­samt am Ha­fen – dop­pelt so vie­le wie En­de des letz­ten Jahr­hun­derts. Das Pro­jekt „Part­ner­schaft­li­che Aus­bil­dung für Flücht­lin­ge“soll Flücht­lin­ge ge­zielt för­dern und in den deut­schen Ar­beits­markt in­te­grie­ren. Da­zu wer­den in ei­nem Jahr 24 Flücht­lin­ge Prak­ti­ka bei der dui­sport-Grup­pe ab­sol­vie­ren.

„Der Duis­bur­ger Ha­fen hat ei­ne op­ti­ma­le La­ge im Her­zen Eu­ro­pas“

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