Un­ter­neh­mer müs­sen mehr über Z

Lo­gis­ti­ker sind noch skep­tisch, ob ein eu­ro­pä­isch-ame­ri­ka­ni­sches Frei­han­dels­ab­kom­men ih­rer Branch Ver­ant­wor­tung, Zu­sam­men­hän­ge bes­ser zu er­klä­ren. Denn Miss­trau­en und Wi­der­stän­de läh­men vie

Rheinische Post Moenchengladbach - - UNTERHALTUNG - VON JÜR­GEN GRO­SCHE

Die Ver­hand­lun­gen zwi­schen der Eu­ro­päi­schen Uni­on und den USA über das Trans­at­lan­ti­sche Frei­han­dels­ab­kom­men (TTIP) be­schäf­ti­gen auch die Lo­gis­ti­ker. Es ge­be noch kei­ne ein­heit­li­che Mei­nung der Bran­che, sagt Frank Hus­ter (Deut­scher Spe­di­ti­ons- und Lo­gis­tik­ver­band) beim zwei­ten RP-Wirt­schafts­fo­rum „Lo­gis­tik“, zu dem die Rheinische Post ge­mein­sam mit dem Lo­gis­tik-Fach­ver­lag DVV Me­dia Group ein­ge­la­den hat­te, „da sind noch zu vie­le Un­be­kann­te“. Ob und wie die Bran­che pro­fi­tie­re und wo Ri­si­ken lie­gen, sei viel­fach un­be­kannt.

Das Gan­ze kön­ne auf ein Null­sum­men­spiel hin­aus­lau- fen, prä­zi­siert Dr. Rü­di­ger Ostrow­ski (Ver­band Spe­di­ti­on und Lo­gis­tik NRW) die Be­den­ken: „Wenn es in ei­ner Re­gi­on mehr Trans­por­te gibt, fal­len in an­de­ren viel­leicht wel­che weg.“Dass Frei­han­del mehr Wohl­stand brin­ge, sei his­to­risch nicht zu be­le­gen, meint Wer­ner Bal­sen (DVV Me­dia Group), im Ge­gen­teil: „In­dus­trie­län­der ha­ben sich zu­nächst im Schut­ze sehr ho­her Zöl­le ent­wi­ckelt.“

Mehr Frei­han­del dürf­te die zu trans­por­tie­ren­de Wa­ren­men­ge durch­aus stei­gern, meint hin­ge­ben Wolf-Pe­ter Korth (ITC Lo­gis­tic), er warnt al­ler­dings: „Die­se Men­gen­stei­ge­rung wird so­wohl den be­reits be­ste­hen­den Preis­druck er­hö­hen als auch die Pro­duk­ti­ons­tie­fe sen­ken.“„Die Lo­gis­tik ist jetzt schon zu güns­tig“, fügt Andre­as Flei­scher (Se­gro) hin­zu, „die Ver­brau­cher neh­men nicht wahr, was al­les im Hin­ter­grund nö­tig ist und läuft“. Au­ßer­dem be­fürch­ten – so Flei­scher – zwei Drit­tel al­ler Lo­gis­ti­ker stei­gen­de Kos­ten durch TTIP. Denn zu­nächst sei­en In­ves­ti­tio­nen zum Bei­spiel zur Um­rüs­tung von ITSys­te­men zu stem­men.

Die nied­ri­gen Prei­se in der Lo­gis­tik greift auch Mat­thi­as Hoh­mann (Night Star Ex­press) auf: „So­bald von Ver­güns­ti­gun­gen durch TTIP die Re­de sein wird, wer­den die Kun­den da­von pro­fi­tie­ren. Für uns be­deu­tet das Preis­druck. Wir soll­ten aber nicht so­fort nach­ge­ben, son­dern mehr Selbst­be­wusst­sein zei­gen und die Wer- tig­keit nen.“

Wie Hoh­mann be­kla­gen auch an­de­re Lo­gis­ti­ker, dass die Bran­che zu we­nig Un­ter­stüt­zung ha­be; sie mah­nen mehr Lob­by­ar­beit an. „War­um fin­den wir kei­ne Mul­ti­pli­ka­to­ren?“, fragt zum Bei­spiel Andre­as Flei­scher. Ein ge­ne­rel­les Pro­blem: „Die Wirt­schaft hat kei­ne Stim­me“, stellt Wolf­gang

un­se­rer

Ar­beit

be­to- Cle­ment fest. Wäh­rend man ihr Lob­by­is­mus vor­wer­fe, sei­en es viel­mehr die Pro­test­be­we­gun­gen, die mit star­ker Lob­by­ar­beit ih­re In­ter­es­sen durch­setz­ten. Die Fort­schritts­feind­lich­keit ha­be er­heb­li­che Di­men­sio­nen er­reicht.

„Die Wirt­schaft hat hier ka­ta­stro­phal ver­sagt“, meint Wer­ner Bal­sen gar. Wenn 250.000 Men­schen ge­gen TTIP pro­tes­tie­ren, dür­fe man dies nicht un­ter­schät­zen. Sol­che Wi­der­stän­de hät­ten be­reits das Ur­he­ber­rechts-Ab­kom­men Ac­ta und das Mul­ti­la­te­ra­le Ab­kom­men über In­ves­ti­tio­nen (MAI) zu Fall ge­bracht. Die Wirt­schaft tra­ge ih­re Ar­gu­men­te nicht gut vor. So müss­ten die Lo­gis­ti­ker zum Bei­spiel be­grün­den, in­wie­fern an­ge­gli­che­ne Stan­dards das Han­dels-

Be­le­ben Frei­han­dels­ab­kom­men die Wirt­schaft und da­mit auch die Lo­gis­tik? Über die­se ak­tu­el­le Fra­ge dis­ku­tier­ten d sche Post ge­mein­sam mit dem Lo­gis­tik-Fach­ver­lag DVV Me­dia Group füh­ren­de Re­prä­sen­tan­ten der Bran­che ein­ge­la

In der Lo­gis­tik­bran­che ist man noch un­schlüs­sig, wie man das Trans­at­lan­ti­sche Frei­han­dels­ab­kom­men (TTIP) be­wer­ten soll. Für und Wi­der dis­ku­tier­ten Ex­per­ten beim RP-Fo­rum „Lo­gis­tik“.

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