Zu­sam­men­hän­ge auf­klä­ren

He Vor­teil bringt. Ge­ne­rell se­hen sie sich und die Wirt­schaft aber in der le Ent­wick­lun­gen.

Rheinische Post Moenchengladbach - - UNTERHALTUNG -

vo­lu­men tat­säch­lich an­he­ben. Für die Wi­der­stän­de sieht Prof. Dr. Tho­mas Druy­en (Sigmund Freud Pri­vat­uni­ver­si­tät) auch pro­fun­de psy­cho­lo­gi­sche Grün­de: Un­wis­sen­heit sei ei­ne Ur­sa­che für Skep­sis, und ei­ne Flut von Pro­ble­men über­for­de­re die Wahr­neh­mung. „In al­len Mi­lieus nimmt Angst ex­po­nen­zi­ell zu. Nein zu sa­gen hat hier ei­ne Schutz­funk­ti­on.“

Die „Angst vor dem Un­be­kann­ten“bringt auch Cars­ten Tau­cke (Im­pe­ri­al Lo­gis­tics) ins Spiel. In Deutsch­land ge­he es den Men­schen gut, das wol­len sie be­wah­ren. Man über­se­he da­bei aber die Ge­fah­ren. „Wir tra­gen zu we­nig da­zu bei, hier auf­zu­klä­ren“, mahnt Tau­cke da­her eben­falls.

Bernd Mel­cher (Kra­vag) hat sich ein­mal ver­schie­de­ne Nach­rich­ten zu TTIP vor­ge­nom­men und ist zum Er­geb­nis ge­kom­men, dass 80 Pro­zent al­ler Be­rich­te ei­ne ne­ga­ti­ve Ten­denz hät­ten. „Wir brau­chen Mul­ti­pli­ka­to­ren, da­mit die Po­li­tik re­agiert“, for­dert Mel­cher, „wir ha­ben nicht mehr viel Zeit zu re­agie­ren“.

In ei­nem sol­chen Um­feld ge­gen­zu­steu­ern sei al­ler­dings ex­trem schwie­rig, sagt Frank Hus­ter. Ap­pel­le an die Po­li­tik, et­wa auch mehr Mit­tel für die In­fra­struk­tur be­reit­zu­stel­len, wür­den nur fruch­ten, wenn die Po­li­tik Zu­stim­mung bei den Bür­gern fin­det. Beim The­ma In­fra­struk­tur sei eben­so wie bei TTIP die Geg­ner­schaft sehr he­te­ro­gen, die Ar­gu­men­ta­ti­on sehr un­ter­schied­lich, meint Erich Staa­ke (Duis­bur­ger Ha­fen). „Das wird oft un­ter­schätzt. Man muss da­mit dif­fe­ren­ziert um­ge­hen.“

Auch Staa­ke be­ob­ach­tet ei­ne „wach­sen­de Miss­trau­ens­kul­tur ge­gen­über Un­ter­neh­men“. Die The­men sei­en sehr abs­trakt. „Da wird im­mer noch zu we­nig er­klärt, und wir Un­ter­neh­mer sind dar­an mit schuld.“In der TTIP-De­bat­te wer­de man si­cher­lich nicht al­le Grup­pen er­rei­chen, aber zu­min­dest sol­le man ver­su­chen, die Ge­werk­schaf­ten mit ins Boot zu be­kom­men, denn oh­ne ein Ab­kom­men könn­ten auf Dau­er Ar­beits­plät­ze ge­fähr­det wer­den.

„Al­le ha­ben et­was da­von, wenn der in­ter­na­tio­na­le Han­del wächst“, bringt Frank Spor­to­la­ri (UPS) ein ge­wich­ti­ges Ar­gu­ment ins Spiel. Be­den­ken, dass nur gro­ße Kon­zer­ne Vor­tei­le ge­nie­ßen wür­den, lässt Spor­to­la­ri nicht gel­ten: „Wenn glei­che Stan­dards gel­ten, pro­fi­tiert auch der mit­tel­stän­di­sche Kü­chen­her­stel­ler da­von.“Hin­ge­gen wür­den die der­zei­ti­gen Han­dels­be­schrän­kun­gen vie­les hem­men. Spor­to­la­ri nennt den Mer­ce­des-Sprin­ter als Bei­spiel. Der Au­to­her­stel­ler Daim­ler zer­legt die in Düsseldorf pro­du­zier­ten Trans­por­ter in Deutsch­land vor der Ver­schif­fung in die USA, weil dort der Im­port der Ein­zel­tei­le mit we­ni­ger Zoll be­legt wird als gan­ze Wa­gen.

Rai­ner Schä­fer (Neuss-Düs­sel­dor­fer Hä­fen) ist eben­falls über­zeugt, dass Han­dels­ab­kom­men mehr Vor­tei­le als Nach­tei­le brin­gen: „Wir müs­sen die Han­dels­be­zie­hun­gen zu al­len Re­gio­nen der Welt op­ti­mie­ren, um die Be­schäf­ti­gung in Deutsch­land zu si­chern. Da­für sind gu­te Rah­men­be­din­gun­gen wich­tig, auch in der In­fra­struk­tur.“

Wolf­gang Cle­ment fasst sei­ne Über­zeu­gung so zu­sam­men: „Wenn es we­ni­ger Zöl­le, Steu­ern und Ge­neh­mi­gun­gen gibt, steigt das Han­dels­vo­lu­men. Das führt mit Si­cher­heit zu mehr Wachs­tum.“

Wir soll­ten mehr Selbst­be­wusst­sein

zei­gen und die Wer­tig­keit un­se­rer

Ar­beit be­to­nen“

FOTOS: MICHA­EL LÜB­KE

die Teil­neh­mer des zwei­ten RP-Wirt­schafts­fo­rums „Lo­gis­tik“, zu dem die Rhei­nia­den hat­te.

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