Das schlech­tes­te Er­geb­nis er­zielt der Par­tei­vor­sit­zen­de

Die Vor­stands­wahl hat vier kla­re Ge­win­ner: Han­ne­lo­re Kraft, Olaf Scholz, Ma­nue­la Schwe­sig und die neue Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin Ka­ta­ri­na Bar­ley.

Rheinische Post Moenchengladbach - - POLITIK - VON JAN DREBES

BER­LIN Ka­ta­ri­na Bar­ley ist ein fri­sches Ge­sicht der So­zi­al­de­mo­kra­tie, ei­ne Quer­ein­stei­ge­rin mit stei­ler Kar­rie­re als Ju­ris­tin am Ver­fas­sungs­ge­richt und als Jus­ti­zi­a­rin in der SPDFrak­ti­on. Nun ist sie mit her­vor­ra­gen­den 93 Pro­zent vom Par­tei­tag in ih­re ers­te Amts­zeit als Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin ge­schickt wor­den. Ge­mein­sam mit SPD-Chef Sig­mar Ga­b­ri­el wird sie als Nach­fol­ge­rin von Yas­min Fa­hi­mi vor al­lem den Bun­des­tags­wahl­kampf 2017 or­ga­ni­sie­ren.

Die Be­wer­bungs­re­de der rhein­land-pfäl­zi­schen Ab­ge­ord­ne­ten wirk­te zwar re­la­tiv zu­rück­hal­tend, gar schüch­tern. Doch als ein­zi­ge Kan­di­da­tin für das Amt muss­te sie auch nicht kämp­fen. Die De­le­gier­ten ho­no­rier­ten mit ih­rer Zu­stim­mung wohl auch den Mut, den Bar­ley mit der Über­nah­me des schwie­ri­gen Am­tes ne­ben dem do­mi­nan­ten Ga­b­ri­el be­weist. Ihr re­kord­ver­däch­ti­ges Ab­schnei­den wur­de aber auch als Wie­der­gut­ma­chung für das de­sas­trö­se Er­geb­nis von nur 74 Pro­zent für den SPD-Chef ge­wer­tet.

Wie Bar­ley wur­de Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Ma­nue­la Schwe­sig in ih­rem Amt als stell­ver­tre­ten­de Par­tei­vor­sit­zen­de mit enor­mem Rück­halt der Ge­nos­sen aus­ge­stat­tet. 92 Pro­zent Zu­stim­mung si­gna­li­sie­ren Schwe­sig, dass sie mit ih­rer Po­li­tik für Fa­mi­li­en ganz auf Kurs der ge­sam­ten SPD liegt. Eben­falls viel Rück­halt be­kam NRW-Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Han­ne­lo­re Kraft, die sich am zwei­ten Tag we­gen ei­ner aku­ten Er­kran­kung ent­schul­di­gen ließ. Mit reich­lich Un­ter­stüt­zung aus dem mäch­ti­gen NRW-Lan­des­ver­band hol­te sie gut 91 Pro­zent der Stim­men; per SMS nahm sie die Wahl vom Kran­ken­bett aus an.

Auch ein Ge­treu­er Ga­b­ri­els, Ham­burgs Ers­ter Bür­ger­meis­ter Olaf Scholz, schnitt ver­gleichs­wei­se gut ab. Zwar hielt er ei­ne blas­se Re­de und be­kam mit 80 Pro­zent kein her­aus­ra­gen­des Er­geb­nis. Doch Scholz, der sei­tens der SPD für die Ver­hand­lun­gen mit der Uni­on zur Re­form der Bund-Län­der-Fi­nan­zen ver­ant­wort­lich zeich­net, konn­te sich deut­lich ver­bes­sern; 2013 hat­te er nur 67 Pro­zent be­kom­men. Der schles­wig-hol­stei­ni­sche Ver­tre­ter des lin­ken Flü­gels, Ralf Steg­ner, muss­te hin­ge­gen Fe­dern las­sen. Er be­kam nur 77 Pro­zent, viel­leicht auch, weil er heu­te die um­strit­te­ne Par­tei­li­nie zum Frei­han­dels­ab­kom­men TTIP zu prä­sen­tie­ren hat.

Sehr so­li­de Er­geb­nis­se fuh­ren der hes­si­sche Par­tei­vi­ze Thors­ten Schä­fer-Güm­bel (88 Pro­zent) und die In­te­gra­ti­ons­be­auf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung, Ay­dan Özo­guz, ein (knapp 84 Pro­zent). Ve­rän­de­run­gen im Vor­stand gab es al­so nicht, al­le Vi­ze­vor­sit­zen­den be­hal­ten ih­re Äm­ter.

FOTO: REU­TERS

93 Pro­zent: Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin Ka­ta­ri­na Bar­ley (47).

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