NRW-Mi­nis­te­ri­um: Wei­sun­gen an Unis sind die Aus­nah­me

Rheinische Post Moenchengladbach - - POLITIK -

DÜSSELDORF (kib) Das NRW-Wis­sen­schafts­mi­nis­te­ri­um mischt sich nach ei­ge­nen An­ga­ben nor­ma­ler­wei­se nicht mit Wei­sun­gen in die Per­so­nal­po­li­tik sei­ner Uni­ver­si­tä­ten ein. „Das war ei­ne Aus­nah­me“, sag­te ein Spre­cher. Meist kom­me es vor­her zu ei­ner Ei­ni­gung. Hin­ter­grund ist der Fall ei­ner Mit­ar­bei­te­rin der Uni­ver­si­tät Duis­burg-Es­sen, die nach ei­nem Bitt­brief an Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Han­ne­lo­re Kraft (SPD) auf Be­trei­ben des Mi­nis­te­ri­ums doch wei­ter­be­schäf­tigt wer­den soll­te. Die Äu­ße­rung aus dem Mi­nis­te­ri­um zeigt, wie um­strit­ten der vor­lie­gen­de Fall war.

Die Mut­ter der Mit­ar­bei­te­rin hat­te sich mit ei­nem Brief an Kraft ge­wandt, um zu er­rei­chen, dass ih­re Toch­ter an der Uni blei­ben konn­te. In dem Brief, der mit „Lie­be Han­ne­lo­re“über­schrie­ben ist, be­tont die Mut­ter, dass ih­re Toch­ter Hand­ball­spie­le­rin beim RSV Mül­heim ist, al­so in dem Ver­ein, in dem auch die Mi­nis­ter­prä­si­den­tin einst spiel­te. Krafts Staats­kanz­lei lei­te­te den Brief an das Wis­sen­schafts­mi­nis­te­ri­um wei­ter. Es folg­te zwi­schen Mit­te 2013 und März 2014 ein re­ger Brief­ver­kehr, aus dem her­vor­geht, wie in­ten­siv sich das Mi­nis­te­ri­um für die be­fris­tet be­schäf­tig­te Mit­ar­bei­te­rin ein­setz­te. In ei­nem Schrei­ben wirft das Mi­nis­te­ri­um dem Rek­tor der Uni­ver­si­tät so­gar Fahr­läs­sig­keit und ei­ne Pflicht­ver­let­zung vor, die Uni müs­se der Mit­ar­bei­te­rin da­her Scha­den­er­satz ge­wäh­ren und sie wie­der ein­stel­len. Die Uni hat­te ge­gen die Wei­sung ge­klagt. Die Rich­te­rin ließ die­se Wo­che er­ken­nen, dass die Uni wohl recht­mä­ßig han­del­te. Dar­auf­hin hat­te das Mi­nis­te­ri­um sei­ne Wei­sung zu­rück­ge­zo­gen – zu ei­nem Ur­teils­spruch kam es nicht. Aus der Staats­kanz­lei hieß es da­zu: „Wie bei Bür­ger­an­fra­gen üb­lich, wur­de der Brief an das zu­stän­di­ge Mi­nis­te­ri­um wei­ter­ge­lei­tet.“Bei Tau­sen­den Mails sei das ein nor­ma­ler Vor­gang – oh­ne Ar­beits­auf­trag.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.