Aa­che­ner weh­ren sich ge­gen bel­gi­sche Atom­mei­ler

Rheinische Post Moenchengladbach - - POLITIK -

AA­CHEN (pst) Schon An­fang De­zem­ber ist klar: Die um­strit­te­nen Atom­re­ak­to­ren Ti­han­ge 2 und Do­el 3 sol­len wie­der ans Netz. Die bel­gi­sche Atom­auf­sicht hat ihr Okay ge­ge­ben, bis 2025 sol­len die Wer­ke Bel­gi­en wei­ter­hin mit Strom ver­sor­gen. Ti­han­ge 2 – ei­ne St­un­de von Aa­chen ent­fernt – soll heu­te Nacht ans Netz ge­hen, Do­el am 20. De­zem­ber. „Die Wie­der­auf­nah­me ist un­ver­ant­wort­lich“, sagt Jörg Schel­len­berg, Spre­cher des Ak­ti­ons­bünd­nis­ses ge­gen Atom­ener­gie Aa­chen. Was ihn und sei­ne Mit­strei­ter be­sorgt, sind die Ris­se im Druck­be­häl­ter aus Stahl. 2013 muss­te bei den Wer­ken aus Si­cher­heits­grün­den der Ste­cker ge­zo­gen wer­den.

Bei den Un­ter­su­chun­gen stell­ten Ex­per­ten in die­sem Früh­jahr fest, dass die ent­deck­ten Ris­se so­gar grö­ßer und zahl­rei­cher wa­ren als an­ge­nom­men – 18 Zen­ti­me­ter lang in Do­el, 2012 wa­ren es höchs­tens neun Zen­ti­me­ter. In Ti­han­ge wur­de das Ma­xi­mum so­gar von sechs Zen­ti- me­tern 2012 auf jetzt 15,5 Zen­ti­me­ter re­vi­diert. Ge­zählt wur­den in Do­el ins­ge­samt rund 13.000 Ris­se, wäh­rend es bei der letz­ten Un­ter­su­chung 8000 ge­we­sen wa­ren. In Ti­han­ge stieg die An­zahl von 2000 auf 3150. Doch be­teu­er­ten die Be­trei­ber und Be­hör­den in dem Zu­sam­men­hang stets, die Ris­se sei­en kein ernst­haf­tes Ri­si­ko.

Die Men­schen in Aa­chen sind trotz­dem be­un­ru­higt. Auch durch die War­nun­gen von Grup­pen wie der IPPNW, den „In­ter­na­tio­na­len Ärz­ten für die Ver­hü­tung des Atom­krie­ges – Ärz­te in so­zia­ler Ver­ant­wor­tung“. Nach ih­ren An­ga­ben kann ei­ne ra­dio­ak­ti­ve Wol­ke in drei St­un­den Aa­chen er­rei­chen. Die Stadt bli­cke be­sorgt auf den Re­ak­tor Ti­han­ge 2, sagt Aa­chens Ober­bür­ger­meis­ter, Mar­cel Phil­ipp (CDU): „Wir über­prü­fen die recht­li­chen Mög­lich­kei­ten, ge­gen das Hoch­fah­ren vor­zu­ge­hen.“Es ge­he dar­um, den po­li­ti­schen und den öf­fent­li­chen Druck zu er­hö­hen, so Phil­ipp.

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