Pro­gno­se: Flücht­lin­ge kos­ten bis zu 55 Mil­li­ar­den pro Jahr

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT -

BER­LIN (mar) Die staat­li­chen Aus­ga­ben für Flücht­lin­ge wer­den nach ei­ner Schät­zung des Kie­ler In­sti­tuts für Welt­wirt­schaft (IfW) bis 2022 – je nach Sze­na­rio – zwi­schen 25 und 55 Mil­li­ar­den Eu­ro pro Jahr schwan­ken. Da­bei ge­hen die For­scher wie auch der Städ­te­tag von jähr­li­chen Kos­ten für ei­nen Flücht­ling von 13.000 Eu­ro aus. Im Ba­sis­sze­na­rio neh­men die Öko­no­men an, dass 2016 er­neut ei­ne Mil­li­on Flücht­lin­ge nach Deutsch­land kom­men, der Zustrom 2017 noch 600.000 und da­nach 360.000 be­trägt. Zu­dem neh­men sie an, dass 30 Pro­zent der Flücht­lin­ge lang­fris­tig in ih­re Hei­mat zu­rück­keh­ren und un­ter de­nen, die blei­ben, 20 Pro­zent Ge­dul­de­te sind. Im Ba­sis­sze­na­rio er­ge­ben sich bis 2022 jähr­li­che Kos­ten zwi­schen 23,6 und 28,2 Mil­li­ar­den Eu­ro.

Im pes­si­mis­ti­schen Sze­na­rio ge­hen die For­scher da­von aus, dass der Zustrom 2016 auf 1,4 Mil­lio­nen an­schwillt. Auch 2017 wür­den dem­nach 1,2 Mil­lio­nen neue Flücht­lin­ge kom­men und in den Jah­ren da­nach je­weils ei­ne wei­te­re Mil­li­on. Dann er­gä­ben sich 2016 Kos­ten von 25,7 Mil­li­ar­den, die sich bis 2022 auf 55 Mil­li­ar­den Eu­ro mehr als ver­dop­peln. Im op­ti­mis­ti­schen Sze­na­rio ha­ben die For­scher den An­teil der Rück­keh­rer auf 40 Pro­zent er­höht und den An­teil der Ge­dul­de­ten auf Null ge­senkt. Dann lie­ßen sich die Kos­ten von an­fangs 23,3 Mil­li­ar­den Eu­ro 2016 auf 19,7 Mil­li­ar­den Eu­ro bis 2022 ver­rin­gern. Auch ei­ne bes­se­re In­te­gra­ti­on in den Ar­beits­markt kön­ne hel­fen, die Kos­ten zu sen­ken. Wenn der Staat 1000 Eu­ro pro Flücht­ling und Jahr mehr für die In­te­gra­ti­on aus­ge­ben wür­de, kön­ne er die jähr­li­chen Kos­ten bis 2022 auf knapp 22 Mil­li­ar­den sen­ken.

Die Kos­ten blie­ben im Ver­hält­nis zur Wirt­schafts­kraft „be­herrsch­bar“, sag­te For­schungs­lei­ter Mat­thi­as Lü­cke. Doch die Fi­nanz­po­li­tik stün­de „vor der größ­ten Her­aus­for­de­rung seit der Wie­der­ver­ei­ni­gung“. Lang­fris­tig füh­re der Zu­zug nicht zu Wohl­fahrts­ef­fek­ten. Zwar wür­den Nach­fra­ge und Wirt­schafts­kraft er­höht, „gleich­zei­tig stei­gen aber auch die So­zi­al­aus­ga­ben“.

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