Po­po-Pro­zess: Mut­ter­mal ent­las­tet den An­ge­klag­ten

Rheinische Post Moenchengladbach - - GESELLSCHAFT - VON INGRID KRÜ­GER

Von gro­ßem Me­di­en­in­ter­es­se be­glei­tet, be­gann ges­tern ein Pro­zess vor dem Mön­chen­glad­ba­cher Amts­ge­richt in Saal A 28, der sich mit ei­nem nicht all­täg­li­chen Fall be­fass­te. Auf der An­kla­ge­bank saß ein Mön­chen­glad­ba­cher (47), dem die Staats­an­wäl­tin ei­ne au­ßer­ge­wöhn­lich Be­lei­di­gung vor­warf. Der 47Jäh­ri­ge soll im Zei­t­raum vom 11. Ja­nu­ar 2014 bis zum 4. März 2014 zwei Fotos sei­ner von ihm ge­schie­de­nen Frau mit nack­tem Hin­tern in sein Ebay-Ac­count ge­stellt ha­ben und mit dem nicht er­laub­ten Bild den Per­sön­lich­keits­be­reich der frü­he­ren Part­ne­rin ver­letzt ha­ben. Die ExFrau hat­te da­für ge­sorgt, dass sich der 47-Jäh­ri­ge jetzt vor Ge­richt ver­ant­wor­ten muss­te. Im Ge­richts­saal war dann von zwei Fotos die Re­de, bei­de mit der halb nack­ten Frau. Auf ei­nem der Fotos war noch auf Eng­lisch sinn­ge­mäß zu le­sen: Die­se Frau ist be­reit, sich zu pro­sti­tu­ie­ren“. Die Staats­an­wäl­tin hat­te kaum die An­kla­ge ver­le­sen, als der Glad­ba­cher auch schon pro­tes­tier­te: „Das ha­be ich nicht be­gan­gen. Au­ßer­dem geht es hier nur um das Foto oh­ne den Text. Und das ist nicht mei­ne Ex-Ehe­frau. Das ist ei­ne Da­me, die da­mals vor 2014 Un­ter­wä­sche bei Ebay ver­kauft hat. Und die­se Sa­chen ge­fie­len mir“. Das sei ein Wer­be­fo­to ge­we­sen. Er ha­be das Bild auf die In­ter­net-Ver­kaufs­platt­form ge­stellt, weil er selbst Un­ter­wä­sche ver­kauft ha­be. Als Kun­de ha­be er die Adres­se der 41-jäh­ri­gen Frau her­aus­ge­fun­den. Nach die­ser Aus­sa­ge er­klär­te die 41 Jah­re al­te Kas­sie­re­rin mit dem Ne­ben­job Po­po-Mo­del in ih­rer Zeu­gen­aus­sa­ge: „Ja, das ist mei­ne Un­ter­wä­sche. Das bin ich“. Da­bei schau­te sie auf das Foto und wies auf das Mut­ter­mal an ih­rem Po. Sie er­kann­te auch ih­ren wei­ßen Schrank im Hin­ter­grund und ei­ne Blu­men­va­se. Die glei­chen Auf­nah­men konn­te sie auch auf ih­rer Di­gi­tal­ca­me­ra vor­wei­sen Ei­ne gleich­alt­ri­ge Freun­din be­stä­tig­te de­ren Aus­sa­ge. Da­nach war das En­de des Be­lei­di­gungs-Pro­zes­ses ab­seh­bar. So ein An­kla­ge­vor­wurf ahn­det der Ge­setz­ge­ber mit Geld- oder Haft­stra­fen bis zu ei­nem Jahr. Für den Mön­chen­glad­ba­cher en­de­te der Fall mit ei­nem Frei­spruch. Die Ex-Frau wird das erst spä­ter er­fah­ren. Sie hat­te sich we­gen Krank­heit ent­schul­digt. Auf dem Ge­richts­flur war der Mann über­zeugt: „Die Ex woll­te mich doch nur platt ma­chen“.

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