Fortuna will Her­manns Loya­li­tät be­loh­nen

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT - VON THO­MAS SCHUL­ZE

DÜSSELDORF Pe­ter Her­mann schnei­det das Bröt­chen auf, legt ein Würst­chen zwi­schen die bei­den Hälf­ten, be­streicht es mit Senf und beißt herz­haft hin­ein. Gleich, nach der Mit­tags­pau­se, wird er wie­der dort ste­hen, wo er sich wohl fühlt: auf dem Trai­nings­platz.

Heu­te wird der In­te­rims­trai­ner von Fortuna Düsseldorf zu­min­dest für zwei St­un­den wie­der dort ste­hen (müs­sen), wo er sich über­haupt nicht wohl fühlt: im Ram­pen­licht. Zum drit­ten und vor­letz­ten Mal wird er als Chef des Fuß­ball-Zweit­li­gis­ten auf der Bank sit­zen, wenn Uni­on Ber­lin zu Gast ist. „Aber da­nach ist hun­dert­pro­zen­tig Schluss, dar­an än­dert sich nichts“, sagt er. „Das ist auch so ab­ge­spro­chen.“

Dass Pe­ter Her­mann, der seit fast drei Jahr­zehn­ten als Co-Trai­ner ar­bei­tet und meist nur für ein Spiel im Not­fall ein­ge­sprun­gen ist, über­haupt bis Weih­nach­ten durch­hält, über­rascht ihn selbst. Der Grund ist die Loya­li­tät, ei­ne der Stär­ken des „ewi­gen Co-Trai­ners“. „Als am Don­ners­tag kein Trai­ner da war, wuss­te ich, dass ich wei­ter ma­chen muss“, schil­dert er die Si­tua­ti­on. „Ich kann doch nicht ein­fach sa­gen, das mach ich nicht – we­der dem Ver­ein noch der Mann­schaft ge­gen­über.“Und er ver­zich­tet auch auf ei­nen fi­nan­zi­el­len Zu­schlag: „Ich wer­de gut be­zahlt, das ist nicht nö­tig.“

Die Mann­schaft will Pe­ter Her­mann et­was zu­rück­ge­ben, im drit­ten Spiel un­ter sei­ner Füh­rung den drit­ten Sieg fei­ern und da­mit ein biss­chen Ge­schich­te schrei­ben – denn drei Sie­ge als Chef­trai­ner gab es für den 63-Jäh­ri­gen noch nie. „So ei­ne Bi­lanz in­ter­es­siert mich nicht“, sagt Her­mann. „Wir ha­ben zwar zwei Mal ge­won­nen, aber wenn ich auf die Ta­bel­le schaue, so sieht das noch im­mer nicht gut aus. Wir dür­fen jetzt nicht nach­las­sen.“

Die Mann­schaft will er so we­nig wie mög­lich än­dern. Für den ge­sperr­ten Ka­pi­tän Ka­rim Hag­gui spielt Adam Bod­zek.

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