„Youth Le­ague war der idea­le Wettbewerb“

Bo­rus­si­as Nach­wuchs­di­rek­tor zieht ei­ne Bi­lanz der Er­fah­run­gen, die Bo­rus­sia auf der eu­ro­päi­schen U 19-Büh­ne ma­chen konn­te.

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT LOKAL - SASCHA KÖP­PEN FÜHRTE DAS GE­SPRÄCH.

Herr Vir­kus, die U19 ist wie die Pro­fis in der Cham­pi­ons Le­ague aus der par­al­lel aus­ge­tra­ge­nen Youth Le­ague aus­ge­schie­den. Wie sieht ihr Fa­zit nach den sechs Spie­len ge­gen Man­ches­ter, Tu­rin und Se­vil­la aus? VIR­KUS Zu­nächst ein­mal ha­ben wir ge­se­hen, dass wir mit­hal­ten kön­nen, al­ler­dings auch, dass noch ein paar Din­ge feh­len. Ath­le­tisch müs­sen wir si­cher noch ar­bei­ten, das pas­siert aber auch schon. Das ist aber der idea­le Wettbewerb, um das zu füh­len. Wir ver­su­chen ja oh­ne­hin schon, im­mer al­le Sin­ne an­zu­spre­chen, aber die­sen Un­ter­schied zu füh­len, ist kaum zu er­set­zen. Ein paar Pro­zent Durch­set­zungs­ver­mö­gen hat der ei­ne oder an­de­re Spit­zen­klub uns da noch vor­aus. Da­zu kommt noch mehr in­di­vi­du­el­le Klas­se, weil bei uns die Dich­te der Top-Klubs hö­her ist. Aber die Jungs ler­nen da­bei so viel: Ver­schie­de­ne Sti­le wie den eng­li­schen oder den ty­pisch ita­lie­ni­schen von Juve, den Rhyth­mus mit Eng­li­schen Wo­chen, aber auch die da­mit ver­bun­de­nen Rei­sen. Wie ist das Ni­veau ver­gli­chen mit der A-Ju­nio­ren-Bun­des­li­ga? VIR­KUS Das Top-Ni­veau in der Bun­des­li­ga ist si­cher schon sehr or­dent­lich. Ab Platz fünf kann man aber schon die Un­ter­schie­de zu die­sem Ni­veau se­hen. Bis auf Juve, das sich et­was mehr hat fal­len las­sen, bringt die Klas­se der Teams in der Youth Le­ague es ein­fach mit sich, dass die Geg­ner sehr do­mi­nant auf­tre­ten. Rück­schlüs­se zie­hen wir aus bei­dem, aber eben un­ter­schied­li­che. Ob es für das ab­so­lu­te Top-Ni­veau reicht, kann man in der Youth Le­ague si­cher­lich eher se­hen. Gibt es denn ei­nen oder viel­leicht so­gar meh­re­re Spie­ler, die die­se Büh­ne aus Ih­rer Sicht be­son­ders für sich ge­nutzt ha­ben? VIR­KUS Es gab im­mer wie­der un­ter­schied­li­che Spie­ler, die in den Par­ti­en be­son­de­re Leis­tun­gen ab­ge­ru­fen ha­ben. Das ist gut, weil man dann sieht, wer auch mit un­ter­schied­li­chen Sti­len des Geg­ners wie klar­kommt. Die­se Spie­ler jetzt zu be­nen­nen wä­re aber nicht fair, weil wir ih­nen da­mit ei­nen Ruck­sack auf­bür­den wür­den. Mit un­se­ren Ein- schät­zun­gen, wie wir sie in­tern ge­äu­ßert ha­ben, schei­nen wir nach den Ein­drü­cken je­den­falls nicht so schlecht zu lie­gen. Hat Ih­nen als Ju­gend­lei­ter die Youth Le­ague Ein­bli­cke ge­währt, die Sie sonst so nicht be­kom­men hät­ten? VIR­KUS Man nimmt im­mer et­was mit. Wir wa­ren nun wirk­lich bei Ver­ei­nen der eu­ro­päi­schen Spit­zen­klas­se zu Gast, da knüpft man auch Ver­bin­dun­gen. Ge­ra­de mit Man­ches­ter Ci­ty war das sehr gut. Die Klubs in En­g­land ha­ben na­tür­lich al­les, was man sich ir­gend­wie den­ken kann. Man muss dann über­le­gen, was ei­nem selbst hel­fen wür­de und was man für we­ni­ger wich­tig hält. Dann muss man schau­en, ob sich das um­set­zen lässt. Wir konn­ten aber auch un­se­re Phi­lo­so­phie nach Eu­ro­pa tra­gen. Da hat schon der ei­ne oder an­de­re hin­ge­schaut, wie es ein ehe­mals gro­ßer Klub nach 20 Jah­ren des Ab­tau­chens wie­der nach oben ge­schafft hat. Wir sind sehr po­si­tiv wahr­ge­nom­men wor­den. Wie wich­tig ist das beim Buh­len um jun­ge Spie­ler, oder reicht da der Er­folg der Pro­fis schon aus? VIR­KUS Das ist un­ter­schied­lich. Der ei­ne kommt auf Emp­feh­lung, an­de­re ach­ten dann schon sehr ge­nau dar­auf, wel­che Platt­for­men hier ge­bo­ten wer­den. Youth Le­ague oder der Pre­mier-Le­ague-In­ter­na­tio­nalCup sind si­cher sehr in­ter­es­sant, aber auch ei­ne U23, die kon­stant oben da­bei ist und ei­ne ho­he Durch­läs­sig­keit zur Bun­des­li­ga hat, ist si­cher ein Fak­tor. Die Ar­beit, die Max Eberl sei­ner­zeit bei der Ju­gend be­gon­nen hat, durf­te ich da fort­set­zen Wel­che Zie­le gibt es für das Team in der A-Ju­nio­ren-Bun­des­li­ga? Der Rück­stand zur Spit­ze ist da ja über­schau­bar. VIR­KUS Das ist so, aber der nächst­mög­li­che Reiz ist ent­schei­dend. Spie­ler wie Dji­bril Sow, Man­de­la Eg­bo oder Tsiy Wil­li­am Nden­ge dür­fen, wie auch Tor­hü­ter Mo­ritz Nicolas, noch bei der U19 spie­len. Zie­le sind wich­tig, na­tür­lich wol­len wir so weit wie mög­lich oben lan­den. Das soll aber die Ent­schei­dun­gen nicht be­ein­flus­sen. Und dass die Trai­nerRo­ta­ti­on sich nir­gend­wo ne­ga­tiv aus­ge­wirkt hat, zeigt, dass un­se­re Ent­schei­dung, den ei­ge­nen Leu­ten zu ver­trau­en, bei der U19 al­so Tho­mas Fl­ath, ab­so­lut rich­tig war.

FOTO: IMAGO (ARCHIV)

Für Tsiy Wil­li­am Nden­ge und sei­ne Mit­spie­ler in Bo­rus­si­as U19 wa­ren die sechs Par­ti­en in der Youth Le­ague ge­gen Man­ches­ter Ci­ty, Ju­ven­tus Tu­rin und den FC Se­vil­la wich­ti­ge Er­fah­run­gen in der Ent­wick­lung, sagt Bo­rus­si­as Nach­wuchs­di­rek­tor Ro­land Vir­kus.

FOTO: DI­WI (ARCHIV)

Ro­land Vir­kus

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