Le­bens­fra­gen auf der Mond­ba­sis

Rheinische Post Moenchengladbach - - FERNSEHEN AM SONNTAG - „Moon – Die dunk­le Sei­te des Mon­des“, ARD, Mo., 0.05 Uhr

Dass er der ein­zi­ge Be­woh­ner des Mon­des ist, stört Sam Bell (Sam Rock­well) nicht. Drei Jah­re ver­brach­te er ein­sam in ei­ner Sta­ti­on zum Ab­bau des wert­vol­len He­li­um-3 auf der Rück­sei­te des Mon­des, zwei Wo­chen ver­blei­ben noch bis zu sei­ner Rück­kehr auf die Er­de. Sei­ne ein­zi­ge Ge­sell­schaft: Die in­tel­li­gen­te Ro­bo­ter­ein­heit Ger­ty, die ihm zwar als Ge­sprächs­part­ner dient, sei­nem kör­per­li­chen Ver­fall je­doch kei­nen Ein­halt bie­ten kann. Dann er­lei­det Sam ei­nen Un­fall, er er­wacht auf der Kran­ken­sta­ti­on – und stellt fest, dass er be­reits er­setzt wur­de.

Der Re­gis­seur des Sci-Fi-Dra­mas „Moon – Die dunk­le Sei­te des Mon­des“, Dun­can Jones, gab mit dem Film sein De­büt. Der Sohn des Pop­Stars Da­vid Bo­wie nutz­te in sei­nem Erst­lings­werk klas­si­sche Mit­tel, um sei­ne Ge­schich­te zu er­zäh­len, baut aber nicht nur auf Gen­re­kli­schees. Als ein­zi­ger Darstel­ler bril­liert Sam Rock­well, der im Spiel mit sei­nem plötz­lich auf­ge­tauch­ten Klon nicht nur ei­ne be­droh­li­che At­mo­sphä­re schafft, son­dern als Fi­gur Sam Bell auch exis­ten­zi­el­le Fra­gen des Be­wusst­seins und der See­le auf­wirft. Mit dem nä­her rü­cken­den „Ret­tungs­team“ih­res Ar­beit­ge­bers wird im Film so­gar ei­ne ge­wis­se Ka­pi­ta­lis­mus­kri­tik spür­bar – denn we­der Sam noch sein Dop­pel­gän­ger soll­ten nach dem Plan des Ener­gie­kon­zerns je zur Er­de zu­rück­keh­ren. RP

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