CDU ver­schärft An­trag zu Flücht­lin­gen

Par­tei­che­fin Mer­kel nimmt mit Kom­pro­miss ih­ren Geg­nern Wind aus den Se­geln.

Rheinische Post Moenchengladbach - - VORDERSEITE -

KARLS­RU­HE (may-/qua) Nach mehr­stün­di­gen Be­ra­tun­gen in den Spit­zen­gre­mi­en ist es Bun­des­kanz­le­rin und CDU-Che­fin An­ge­la Mer­kel am Abend ge­lun­gen, die meis­ten Kri­ti­ker hin­ter ih­ren Kurs in der Flücht­lings­po­li­tik zu brin­gen. Sie sag­te in ei­nem Leit­an­trag für den heu­te in Karls­ru­he be­gin­nen­den Par­tei­tag zu, den Zu­zug von Asyl­be­wer­bern und Flücht­lin­gen „durch wirk­sa­me Maß­nah­men spür­bar zu ver­rin­gern“. Au­ßer­dem füg­te der Bun­des­vor­stand auf Druck von Jun­ger Uni­on und Mit­tel­stands­ver­ei­ni­gung die Aus­sa­ge hin­zu, dass ein An­dau­ern des ak­tu­el­len Zu­zugs Deutsch­land „auf Dau­er über­for­dern“wür­de.

Der Leit­an­trag wur­de im Vor­stand bei ei­ner Ge­gen­stim­me be­schlos­sen. Wie groß die Zu­stim­mung un- ter den 1001 De­le­gier­ten sein wird, hängt auch von der zen­tra­len Re­de der Kanz­le­rin ab. Ge­ne­ral­se­kre­tär Pe­ter Tau­ber rech­net mit mehr Zu­stim­mung als bei der SPD für de­ren Vor­sit­zen­den. Die­ser hat­te le­dig­lich

Leit­an­trag zum CDU-Par­tei­tag 74,3 Pro­zent er­hal­ten. Mit Blick auf De­mons­tra­tio­nen am Ran­de des Par­tei­ta­ges („Mer­kel muss weg“) be­kräf­tig­te Tau­ber, dass die CDU nicht de­nen das Feld über­las­sen wer­de, die Ängs­te schü­ren.

CDU-Prä­si­di­ums­mit­glied Jens Spahn be­grüß­te den Kom­pro­miss. Die CDU ma­che deut­lich, dass die Zahl der Asyl­be­wer­ber spür­bar re­du­ziert wer­den müs­se, „weil wir Deutsch­land sonst über­for­dern“. Ge­nau das sei es, was die Men­schen vor Ort spür­ten. „Dass wir das klar sa­gen, ist ein wich­ti­ges Si­gnal“, er­klär­te Spahn. CDU-Vi­ze Ju­lia Klöck­ner warn­te da­vor, von ei­ner eu­ro­päi­schen Lö­sung der Flücht­lings­kri­se ab­zu­ge­hen. „Na­tio­na­le Al­lein­gän­ge ha­ben in Eu­ro­pa bis­her im­mer in die Ka­ta­stro­phe ge­führt“, sag­te sie un­se­rer Re­dak­ti­on. Es ge­he um die Ab­si­che­rung der eu­ro­päi­schen Au­ßen­gren­zen und um ei­ne fai­re Las­ten­ver­tei­lung. Leit­ar­ti­kel Po­li­tik

„Ein An­dau­ern des ak­tu­el­len Zu­zugs wür­de Deutsch­land auf Dau­er

über­for­dern“

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