Re­spekt vor Mer­kel sinkt

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON EVA QUADBECK

An­ge­la Mer­kel steht ei­ner ih­rer schwers­ten Par­tei­ta­ge be­vor. Die Stim­mung an der CDU-Ba­sis zu ih­rer Flücht­lings­po­li­tik schwankt zwi­schen Ir­ri­ta­ti­on, Är­ger und Kra­wall. Der Re­spekt für Mer­kel sinkt. Das war schon bei den jüngs­ten Par­tei­ver­an­stal­tun­gen in den Re­gio­nen spür­bar. Was vor ei­nem hal­ben Jahr noch als un­denk­bar galt, wird nun of­fen dis­ku­tiert: Mer­kel ist in der CDU nicht mehr un­an­tast­bar.

An­ders als Sig­mar Ga­b­ri­el bei der SPD muss sich die er­folgs­ver­wöhn­te Par­tei­che­fin die­ses Mal kei­ner Wie­der­wahl-Pro­ze­dur stel­len. Der Par­tei­tag kann ihr al­so nur in der De­bat­te und bei der Ab­stim­mung über die Flücht­lings­po­li­tik die Mei­nung sa­gen. Es wird un­ge­müt­lich wer­den für die Kanz­le­rin. Wenn Mer­kel schon kei­ne Ober­gren­ze für die Neu­an­kunft von Flücht­lin­gen pro Jahr fest­le­gen will, dann wer­den die De­le­gier­ten auf so viel Be­gren­zungs-Rhe­to­rik wie mög­lich drän­gen.

Um die Kanz­le­rin nicht of­fen­sicht­lich zu be­schä­di­gen, könn­ten sich Sor­gen und Är­ger der Ba­sis auf ein Ne­ben­the­ma kon­zen­trie­ren. Das Bur­ka-Ver­bot könn­te zum Ven­til wer­den, mit dem die Par­tei­tags­de­le­gier­ten ein Zei­chen ih­rer Angst vor Über­frem­dung set­zen. BE­RICHT

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