Der FN bleibt ge­fähr­lich

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON MAT­THI­AS BEER­MANN

Der gro­ße Tri­umph ist dem Front Na­tio­nal (FN) in der zwei­ten Run­de der fran­zö­si­schen Re­gio­nal­wah­len ver­wehrt ge­blie­ben. Das ist viel­leicht An­lass für Er­leich­te­rung. An­lass für Ent­war­nung ist es kei­nes­falls. Mag das fran­zö­si­sche Mehr­heits­wahl­recht dem FN auch den Durch­marsch an die Schalt­he­bel der Macht ver­weh­ren, so hat die rechts­ex­tre­me For­ma­ti­on es doch end­gül­tig ge­schafft, das bis­he­ri­ge Zwei­par­tei­en-Sys­tem zu spren­gen. Es wä­re gut, So­zia­lis­ten und Kon­ser­va­ti­ve wür­den dar­auf end­lich ent­schlos­sen re­agie­ren.

Al­ler­dings nicht wie bis­her mit mo­ra­li­scher Em­pö­rung, son­dern mit bes­se­rer Po­li­tik. Ei­nen Bür­ger­krieg für den Fall ei­nes FN-Siegs an die Wand zu ma­len, wie es der so­zia­lis­ti­sche Pre­mier Manuel Valls vor der Wahl ge­tan hat, ist lä­cher­lich. Und den FN rechts zu über­ho­len, wie es der Kon­ser­va­ti­ve Nicolas Sar­ko­zy ver­sucht, stützt nur die The­sen der Po­pu­lis­ten. Der wich­tigs­te Grund für den Zu­lauf des FN ist der Ver­druss der Fran­zo­sen über ei­ne Kas­te ewigg­lei­cher Po­li­ti­ker, die das Land an die Wand ge­fah­ren hat. Es ist ihr Ver­sa­gen, dass den FN ge­dei­hen lässt. BE­RICHT

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