Ver­kaufs­of­fe­ner Sonn­tag nicht gut be­sucht

We­ni­ger Men­schen als von den Händ­lern er­hofft, ka­men zum Weih­nachts­shop­ping in die Rhe­ydter In­nen­stadt.

Rheinische Post Moenchengladbach - - KULTUR - VON MA­RI­ON LISKEN-PRUSS

Zwar hat­te der Deut­sche Wet­ter­dienst Re­gen für den drit­ten Ad­vents­sonn­tag an­ge­sagt, aber Pe­trus hat­te ein Ein­se­hen. Kurz vor 13 Uhr hör­te der Re­gen zu­min­dest vor­über­ge­hend auf, und bald schon füll­te sich der Weih­nachts­markt auf dem neu­en Markt­platz mit zahl­rei­chen Be­su­chern. Ei­ne hei­me­li­ge Stim­mung strahl­te er aus mit sei­nen wei­ßen Bu­den und der auf die Far­be Gold re­du­zier­ten Weih­nachts­de­ko­ra­ti­on. Die Holz­schnit­zel auf dem Bo­den sorg­ten nicht nur für war­me Fü­ße, son­dern tru­gen zur stil­vol­len At­mo­sphä­re bei.

Syl­via Gott­schalk stand die­ses Wo­che­n­en­de zum ers­ten Mal auf dem Markt und bot selbst ge­mach­ten Glühs­ec­co an. Der Ape­ri­tif spe­zi­ell für Weih­nach­ten, der aus Weiß­wein und Glüh­wein­ge­würz be­steht und mit Eis­wür­feln ser­viert wird, sei der Ren­ner, sag­te sie. Der Weih­nachts­markt lock­te aber auch Kun­den in die Rhe­ydter In­nen­stadt zum ver­kaufs­of­fe­nen Sonn­tag – so wie Micha­el Pe­ters und sei­ne Frau. Sie ka­men aus Wick­ra­th­hahn, um erst auf dem Weih­nachts­markt zu es­sen und an­schlie­ßend Win­ter­schu­he zu kau­fen. Rai­ner und Car­men Schaf­frath aus Geis­ten­beck hin­ge­gen bum­mel­ten durch die Ge­schäf­te, um noch die letz­ten Ge­schen­ke fürs Fest zu er­ste­hen. Die Haupt- und Markt­stra­ße füll­ten sich ge­gen 13 Uhr aber nur lang­sam mit Be­su­chern. Die Kon­kur­renz der um­lie­gen­den Städ­te wie Düsseldorf, Kre­feld oder Vier­sen, in de­nen die Ge­schäf­te eben­falls ge­öff­net wa­ren, sei groß, lau­te­te die ein­hel­li­ge Mei­nung der Rhe­ydter Händ­ler. Auch das reg­ne­ri­sche Wetter wür­de ei­ni­ge Kun­den ab­hal­ten, fürch­te­ten sie. Drei St­un­den spä­ter wa­ren die Ge­schäf­te schon bes­ser fre­quen­tiert, aber: „Es ist ru­hi­ger als sonst an ver­kaufs­of­fe­nen Sonn­ta­gen“, be­dau­er­te Ro­land Bee­ten vom Tex­til­haus Bee­ten.

Mit dem Weih­nachts­ge­schäft zeig­te er sich den­noch zu­frie­den. Ins­be­son­de­re in der letz­ten Wo­che sei es voll ge­we­sen in der Rhe­ydter In­nen­stadt. Ne­ben Christ­baum­schmuck, Pon­chos und Her­ren­hem­den lan­de­te auch Nacht­wä­sche in den Ein­kaufs­tü­ten. Da­men- und Her­ren­düf­te la­gen eben­so wie Spiel­wa­ren voll im Trend. „Die Kun­den kau­fen deut­lich be­wuss­ter und hoch­wer­ti­ger ein“, sag­te Sa­bi­ne Ei­cker vom gleich­na­mi­gen Fach­ge­schäft für ex­klu­si­ve Heim­tex­ti­li­en. „Es scheint so, als woll­ten sie es sich in Kri­sen­zei­ten zu­hau­se be­son­ders ge­müt­lich ma­chen“, fuhr sie fort. Das Min­to als Kon­kur­renz fürch­tet sie nicht: „Wir ha­ben ein ganz an­de­res und in­di­vi­du­el­le­res An­ge­bot.“

Auch Ro­land Bee­ten sieht das neue Ein­kaufs­zen­trum nicht als Kon­kur­renz: „Wir spre­chen ei­ne an­de­re Kund­schaft an und punk­ten mit per­sön­li­cher Be­ra­tung“, sag­te er. Hans-Jür­gen Klee­wald, Cen­ter­ma­na­ger der Shop­ping-Ga­le­rie, hät­te sich für den ver­kaufs­of­fe­nen Sonn­tag mehr Kun­den ge­wünscht, wenn­gleich es bei Kar­stadt und in der Ga­le­rie recht voll war. Aber noch ver­bleibt ja et­was Zeit bis Weih­nach­ten: „Es gibt ein­deu­tig ei­ne Ten­denz zu Last-Mi­nu­te-Ein­käu­fen“, sag­te er.

RP-FOTO: ISA­BEL­LA RAUPOLD

Ziem­lich ver­reg­net war der ver­kaufs­of­fe­ne Sonn­tag in Rhe­ydt. Die Händ­ler ha­ben auf mehr Kund­schaft ge­hofft.

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